Ostercamp 2016: “Einmal muss Schluss sein” – Kurt Reusch geht mit dem Ostercamp in den “Camp-Ruhestand”


Veröffentlicht am von Ilka Korn.

“Servus” sagt Kurt Reusch bei der fünften Auflage des Ostercamps der SG Schozach-Bottwartal in Beilstein vom 30. März bis 1. April 2016. 190 Teilnehmer werden dem ehemaligen Landestrainer des Handballverbandes Württemberg (HVW) einen würdigen und emotionalen Abschied bieten. Mit seinen 72 Jahren, die man ihm nicht ansieht, begeistert er immer noch junge Talente für den Handballsport, die seine Tipps und Ratschläge konzentriert bei den Camps, die seit 2012 in Baden-Württemberg eine bekannte Größe sind, annehmen und umsetzen. Der gelernte Handschuhmacher und spätere Handschuhmacher-Meister, der über den zweiten Bildungsweg ein Sportstudium absolvierte und so sein Hobby zum Beruf machte, fühlte sich in der familiären Camp-Atmosphäre in Beilstein zu jeder Zeit wohl, ob es bei den Trainingseinheiten, Fachgesprächen mit ehemaligen Trainerkollegen oder einem ausgiebigen Frühstück in der Camp-Herberge „Lamm“ war, zubereitet von Inhaberin Brigitte Kurz – es hat einfach alles gepasst und nach fünf Jahren geht nun die lebende Legende Kurt Reusch in den wohlverdienten Camp-Ruhestand.

Neben seiner Funktion als langjähriger Landestrainer kann Kurt Reusch auf eine erfolgreiche Spieler- und Trainerkarriere zurückblicken. Mit seinem Heimatverein TV Neuhausen gelang ihm als Spieler zweimal der Aufstieg in die 1. Liga und er erspielte sich den Namen „Mister 98 Prozent“. Als Trainer knüpfte er an seine erfolgreiche aktive Zeit an und spielte erfolgreich mit dem VfL Pfullingen in der 2. Liga. Einer seiner damaligen Schützlinge war Dirk Bellon, der heute Torwarttrainer der Württembergligamannschaft der SG Schozach-Bottwartal und Trainer bei den Camps der SG ist. „Ich freue mich schon auf ein Wiedersehen mit meinem ehemaligen Trainer. Man erinnert sich immer wieder an die alten Zeiten und eine schmerzhafte Episode bleibt mir in besonderer Erinnerung“, erzählt der Ex-Pfullinger. „Kurt war als emotionaler Trainer bekannt und bei einem Spiel mit dem VfL war er mit einer Schiedsrichterentscheidung nicht einverstanden, sprang von der Bank und zog sich einen Muskelbündelriss in der Wade zu. Für ihn war das Spiel damit vorzeitig zu Ende und er musste in die Kabine getragen werden“, berichtet schmunzelnd Dirk Bellon. Auch diese und andere Geschichten werden in den Osterferien sicher wieder aufgewärmt.

Aber der VfL blieb nicht seine einzige Trainerstation. Neben der TSG Oßweil, dem TV Kornwestheim machte er auch bei Frisch Auf Göppingen Station. Im Jahr 2000 holte ihn sein Heimatverein TV Neuhausen, damals in der Verbandsliga, zurück auf die Trainerbank und das mit Erfolg. Mehrere Meisterschaften konnten vor voller Kulisse gefeiert werden.
Aus dem Karriere-Buch des Kurt Reusch gibt es noch viele Seiten, die aufgeschlagen werden können. Seine Qualitäten als Trainer erkannte auch der Deutsche Handballbund und berief ihn zum Junioren-Bundestrainer und Co-Trainer des damaligen Bundestrainers Armin Emrich, mit dem es auch beim Ostercamp ein Wiedersehen geben wird.

Die Handball EM 2016 war auch für den “handballerischen Landesvater” ein großes emotionales Ereignis, denn ein kleiner Anteil am Titel kann im zugesprochen werden. Kai Häfner hatte er von der C-Jugend bis in die Junioren-Auswahl als Landestrainer des HVW betreut und auch in der Handball Akademie in Göppingen. Ebenso nahm er Martin Strobel während dieser Zeit unter seine Fittiche.

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