Damen 1: SG startet erst nach der Pause richtig durch


Veröffentlicht am von Ilka Korn.

Von Andreas Hennings

Dass die Württembergliga-Handballerinnen der SG Schozach-Bottwartal die Partie gegen die Sportfreunde Schwaikheim mit zehn Toren Vorsprung gewinnen würden, darauf hätte wohl noch zur Halbzeitpause keiner der Zuschauer in der Beilsteiner Langhanshalle gewettet. Denn beim Seitenwechsel lagen die Bottwartälerinnen gerade einmal mit zwei Treffern in Führung, und das auch nur, weil SG-Keeperin Jasmin Szota Sekunden vor dem Pausenpfiff gleich zwei Glanzparaden gegen Schwaikheims Selina Eggstein und Sara-Denise Ettingshausen zeigte, die vom Kreis freie Wurfbahn hatten. Und doch setzte sich die SG letztlich mit 23:13 (10:8) durch – für den Spitzenreiter ist es der 13. Sieg im 13. Ligaspiel.

Dass sich die Gastgeberinnen anfangs so schwertaten, lag auch an der mutigen Spielweise des Gegners aus dem Remstal. Mit einer offensiven Abwehr zwang Schwaikheim die SG zu Leichtsinnsfehlern im Spielaufbau. Besonders deutlich wurde das durch mehrere Zuspiele, die im Seitenaus landeten. An den Kreis drang die SG kaum vor. „Wir wussten ja eigentlich von ihrer offensiven Abwehr, waren aber anfangs zu schläfrig“, monierte Michael Stettner nach Spielende. Beim Stand von 3:3 nach zehn Minuten nahm der SG-Trainer deshalb bereits die erste Auszeit und personelle Veränderungen vor. So rückte auch Jasmin Szota für Tabea Kraft ins Tor.

In der Folge hielt der Gegner weiter gut mit. Schwaikheim kombinierte im Angriff in einem beachtlich hohen Tempo, glich so jeweils zum 6:6 (20.) und 8:8 (27.) aus. Eine Führung gelang den Gästen hingegen nie. Im Gegenteil: Ein Doppelpack von Michelle Wunschik und die besagten Paraden von Keeperin Szota vor der Pause sorgten für den 10:8-Pausenstand.

Der SG Schozach-Bottwartal gelang es nun immer besser, den Gegner vom eigenen Tor fernzuhalten. Schwaikheim war so immer wieder gezwungen, das Glück aus dem Rückraum zu versuchen, was missglückte. Mit zwei schnellen Toren von Theresa Müller sowie den Treffern von Katharina Bieser und Sarah Kreh setzte sich die SG innerhalb von fünf Minuten auf 14:8 ab. In dieser Phase profitierte sie außerdem von einer Zwei-Minuten-Strafe gegen Schwaikheim, das nun ebenfalls eine Auszeit nahm. Das zahlte sich für die Gäste nur kurzzeitig aus, indem sie auf 11:15 (38.) herankamen. Je länger das Spiel aber dauerte, desto deutlicher wurde, dass die Gäste ihr anfangs hohes Tempo nicht durchhalten konnten. „Ihnen haben im zweiten Durchgang sicherlich die Körner gefehlt“, meinte auch Michael Stettner.

Die Folge: Schwaikheim erzielte in den letzten 20 Spielminuten gegen die wieder ins Tor zurückgekehrte Tabea Kraft nur noch zwei Tore, während die SG selbst Treffer um Treffer davonzog. „Wir haben es in der zweiten Hälfte besser geschafft, schneller aus der Abwehr herauszuspielen und unsere Kreisläuferin in Szene zu setzen“, fasste Michael Stettner zusammen. Entsprechend hatte Tanja Brunn den Spielstand mit drei Toren von 18:12 (49.) auf 20:12 (52.) in die Höhe geschraubt. Den sehenswerten Schlusspunkt setzte Sophia Müller eine halbe Minute vor Schluss mit dem 23:13, nachdem sie von Keeperin Kraft punktgenau bedient worden war.

SG Schozach Bottwartal:
Kraft, Szota – Bieser (1), Berger (5), Kreh (1), Mangold (2/1), T. Müller (4), Brunn (4), Klenk, Spieth, Wunschik (5), S. Müller (1).