Leukefeld: „Ein Trainer hat immer eine Aufgabe“

Veröffentlicht am von Bernhard Rode.

Dago und mBBeilstein Handball-Bundesliga-Trainer Dago Leukefeld vom VfL Sindelfingen hat in Beilstein bei einer Trainerfortbildung referiert und Tipps gegeben. Bei den praktischen Übungen hat er sich aus anderen Sportarten bedient – zum Erstaunen der Teilnehmer. Von Andreas Hennings

Konzentriert sitzen die Teilnehmer der Trainerfortbildung am Spielfeldrand und beobachten das Geschehen in der Beilsteiner Langhanshalle. In ihrer Hand halten sie einen Notizblock, auf dem sie sich immer wieder Beobachtungen und Erklärungen notieren. Diese gibt ihnen Dago Leukefeld – ein Mann vom Fach. Der 46-Jährige war in den Jahren 2000 und 2001 Nationaltrainer der deutschen Handballdamen und -juniorinnen. Anschließend stand er in der Damen-Bundesliga beim DJK Trier und Thüringer HC an der Seitenlinie. Seit diesem Jahr ist er Trainer und Sportdirektor bei den Bundesligadamen des VfL Sindelfingen.
Doch an diesem Tag hat er eine andere Aufgabe: Als Referent bei der Trainerfortbildung der SG Bottwartal möchte er den rund 25 Teilnehmern so viel wie möglich mit auf den Weg geben, was diese später in ihrer jeweiligen Trainingsgruppe anwenden können. „Dago hat natürlich einen riesigen Schatz an Erfahrungen, aus dem er hier schöpfen kann. Und seine Anweisungen bringt er immer auf den Punkt“, erklärt Andreas Gramsch, zweiter Vorsitzender der SG. Und das bekommen die B-Junioren, mit denen Leukefeld verschiedene Übungen aufzeigt, zu spüren.

Immer wieder bringt der 46-Jährige außergewöhnliche Elemente aus anderen Sportarten ein. Die Bewegung des Oberkörpers beim Wurf vergleicht er beispielsweise mit der Bewegung beim Speerwurf, auch aus dem Boxsport bedient er sich. Bei einer Übung sollen die Sportler sogar Handstände probieren oder sich mit geschlossenen Augen im Kreis drehen und anschließend einen präzisen Pass quer durch die Halle zum Spielpartner zu werfen. „Ein Trainer sollte immer vielseitig sein und nicht nur den Handballsport im Auge haben. Er hat als Trainer eine Aufgabe, sollte auch auf die Persönlichkeitsentwicklung des Einzelnen achten. Auch sollte er nie etwas verlangen, was er den Sportlern nicht beigebracht hat“, erklärt Leukefeld den Lehrgangsteilnehmern, die teilweise wegen der Verlängerung ihrer B- oder C-Lizenz mit dabei sind. Doch an ihrer Motivation ändert das nichts. So war die in die Fortbildung integrierte Fragerunde ursprünglich für eine halbe Stunde geplant, dauerte dann aber über 90 Minuten.

„Dabei ging es unter anderem ums Krafttraining und um technische sowie taktische Feinheiten. Als Referent habe ich mich hier jedenfalls nie gelangweilt und so soll es ja auch sein“, sagt Leukefeld. Für die Trainer also eine ideale Gelegenheit, sich den ein oder anderen Tipp einzuholen, um das eigene Trainingsprogramm aufzupeppen. „Man versucht, so viel wie möglich wie ein Schwamm aufzusagen. Auf der einen Seite sind die Übungen interessant, es ist aber auch hilfreich zu sehen, wie er seine Anweisungen dann rüberbringt“, erklärt Andreas Bauer, Trainer der SG-Damen.

Der Kontakt zwischen der SG Bottwartal und Dago Leukefeld war über Edwin Gahai zustande gekommen, der zwei Jugendteams bei der SG betreut und im Präsidium des Handballverbandes Württemberg sitzt. „Dago ist einer von vielen Kooperationspartnern. Er ist Teil eines Gesamtpakets, das wir noch weiter ausbauen möchten. Dazu gehört auch der aktuelle deutsche Nationaltrainer Armin Emrich. Auch mit dem ehemaligen Nationalspieler Christian Schwarzer planen wir eine Zusammenarbeit“, erklärt Gramsch. Leukefeld sitzt ebenso weiterhin mit im Boot. „Es hat mir viel Spaß gemacht. Nun möchten wir die Fortbildung etablieren und einmal pro Jahr veranstalten“, so seine Vision. Vielleicht sind dann auch Trainer aus Großbottwar oder Oberstenfeld dabei. „Diese hatten Einladungen bekommen – gekommen ist aber niemand“, ist Gramsch enttäuscht.