Die Nationalspieler fühlen sich in Beilstein wohl

Veröffentlicht am von Andreas Stütz.

Bericht aus der Marbacher Zeitung vom 26.07.10

Beilstein Die deutsche Jugend-Nationalmannschaft hat ein Testspiel gegen die Slowakei in der Langhanshalle deutlich mit 38:19 gewonnen. Noch bis Freitag bereitet sich das Team um Christian Schwarzer in Beilstein auf die Handball-Europameisterschaft vor. Von Henning Maak
 

Patrick Zieker war nach der Schlusssirene der begehrteste deutsche Nationalspieler. Immer wieder musste der Bietigheimer, der bei der HG Steinheim-Kleinbottwar das Handballspielen gelernt hat, Autogramme geben und für Handy-Fotos posieren. Zuvor hatte der Linksaußen vor rund 700 Zuschauern mit drei Kontertoren kurz nach der Pause dazu beigetragen, dass sich die deutsche Mannschaft vorentscheidend vom 14:12-Halbzeitstand auf 24:14 (40.) absetzen konnte. „Wir haben den Gegner im Griff gehabt und vor allem in der Defensive eine starke Leistung geboten“, meinte Zieker, der 45 Minuten lang als vorgezogener Abwehrspieler in der 5:1-Deckung agierte.In der Defensivleistung sah auch Trainer Christian Schwarzer den Schlüssel zum Sieg. „Der Erfolg geht nur über die Abwehr“, meinte der 319-fache Ex-Nationalspieler. Auch in der ersten Hälfte habe sein Team gut verteidigt, allerdings dem Gegner den ein oder anderen Abpraller zugestanden. „In der zweiten Hälfte haben wir den einen nötigen Schritt mehr gemacht“, lobte er. Dennoch gebe es sowohl in der Abwehr als auch im Angriff noch einiges zu verbessern.

Gegen die Slowakei, die sich wie die deutsche Mannschaft für die Europameisterschaft im August in Montenegro qualifiziert hat und sich derzeit in Beilstein vorbereitet, reichte die Leistung jedoch für einen klaren Sieg im zweiten Test. Die erste Auseinandersetzung am Freitagabend in Wiesloch hatte das deutsche Team mit 31:26 gewonnen. „Da waren die Slowaken noch etwas frischer“, mutmaßte Schwarzer.

In Beilstein konnte die Slowakei nur 30 Minuten lang mit dem deutschen Handball-Nachwuchs mithalten. Bis zum 5:5 wechselte die Führung ständig. Das Schwarzer-Team konnte sich in der Anfangsphase vor allem auf seinen starken Rückraum verlassen, aus dem heraus der wurfstarke Magdeburger Philipp Weber vier der ersten fünf Tore erzielte. Die Gäste blieben vor allem dank Patrik Krok im Spiel, der vier Siebenmeter nervenstark verwandelte. Durch einen Tempogegenstoß von Dennis Backhaus (HSG Düsseldorf) ging das deutsche Team beim 8:6 (15.) erstmals mit zwei Toren in Führung. Jan Forstbauer vom TV Bittenfeld sorgte beim 13:10 (25.) sogar für den erstmaligen Drei-Tore-Vorsprung, den die Slowaken bis zur Pause auf 12:14 verkürzen konnten. Großer Rückhalt des deutschen Teams war in der ersten Hälfte Torhüter Paul Weidner von der SG Flensburg-Handewitt, der acht freie Würfe der Slowaken parierte. Nicht ins Spiel kamen in den ersten 30 Minuten die deutschen Außenspieler Patrick Zieker und Ramon Tauabo (SG Spandau/Füchse Berlin).

Nach dem Zehn-Tore-Rückstand in der 40. Minute ergaben sich die Slowaken dann jedoch in ihr Schicksal. Der deutsche Nachwuchs hatte keine Mühe, die Führung kontinuierlich auszubauen und begeisterte die Zuschauer zeitweise mit seinem Angriffswirbel. 13 der 15 Feldspieler konnten sich in die Torschützenliste eintragen. „Gefallen hat mir vor allem der Einsatz, der Wille und die Körpersprache“, lobte Coach Schwarzer seine Akteure.

Ein dickes Lob es gab es auch für die Verantwortlichen der SG Bottwartal: „Es ist alles perfekt organisiert hier“, meinte Schwarzer, „ich muss Andreas Gramsch und seinem Team ein Riesenkompliment machen“. Der Handball-Abteilungsleiter gab das Lob umgehend zurück: „Die Jungs sind mir ein bisschen ans Herz gewachsen. Das sind alles pfiffige Kerle ohne einen Hauch von Arroganz, mit denen man viel Spaß haben kann.“