Tipps von einer echten Nationalspielerin

Veröffentlicht am von Andreas Stütz.

Bericht aus der Marbacher Zeitung vom 22.07.10

Beilstein Marielle Bohm vom VfL Sindelfingen macht mit dem Handball-Nachwuchs der SG Bottwartal ein spezielles Koordinations- und Techniktraining. Gleichzeitig werden im Rahmen eines Projektes Module für Trainer und Sportlehrer entwickelt. Von Simon David
 

Den knapp 40 Jungen und Mädchen machte es sichtlich Spaß. Schließlich ist es auch etwas ganz Besonderes, mit einer Bundesligaspielerin trainieren zu dürfen. Die jungen Handballtalente der SG Bottwartal haben Glück, denn sie trainieren nun regelmäßig mit Marielle Bohm. Die studierte Sportwissenschaftlerin, die auch 19 Mal das Trikot der Damen-Nationalmannschaft getragen hat, geht in der Handball-Bundesliga für den VfL Sindelfingen auf Torejagd und trainiert nebenher Nachwuchs-Handballer in Vereinen und an Schulen.

Dass die 29jährige den Weg nach Beilstein gefunden hat, ist kein Zufall. Die wöchentliche Übungseinheit ist Teil eines Forschungsprojektes der Pädagogischen Hochschule Weingarten in Zusammenarbeit mit dem Handballverband Württemberg und dem Landesinstitut für Schulsport. Edwin Gahai, Jugendleiter bei der SG Bottwartal, ist Leiter genau dieses Instituts. Es lag also nahe, dass sich auch die Bottwartäler an dem Projekt beteiligen, dessen Ziel es ist, 15-20minütige Trainingsmodule zu entwickeln und zu testen. „Von den Ergebnissen dieses Projekts können sowohl Vereinstrainer als auch Sportlehrer profitieren“, erläutert Edwin Gahai.

Für die Nachwuchssportler, die am Dienstag Abend mit Bohm trainierten, bedeutet die Teilnahme am Projekt die Möglichkeit, Koordination und Technik zu verbessern. Mit vielen Übungen, die ihnen Bohm zeigte, hatten die C- bis E-Jugendlichen nämlich noch ihre Schwierigkeiten. So merkten sie schnell, dass es gar nicht so einfach ist, den Ball vor dem Körper hochzuwerfen und hinter dem Körper wieder zu fangen. „Das ist ganz schön kompliziert“, fand auch Ulrike Kümmerlen. Die Neunjährige, die im E-Jugendteam der SG Bottwartal spielt, versuchte es trotzdem so lange, bis es klappte. Dabei half ihr ein Tipp von Marielle Bohm: „Wirf den Ball hoch und lauf drunter durch.“ Andere Übungen bestanden zum Beispiel darin, Liegestütze zu machen, während die Füße auf dem Ball abgestützt waren, oder dass zwischen dem Hochwerfen und Fangen des Balls einmal der Boden berührt werden musste.

Zum Abschluss des Trainings standen noch einige Würfe aufs Tor auf dem Programm, wobei die Jungen und Mädchen natürlich auch dabei etwas für Koordination und Technik taten. So mussten sie auf dem Weg zum Tor beispielsweise Hütchen umdribbeln oder Purzelbaum schlagen, ohne den Ball zu verlieren. Verschärft wurde die Übung dadurch, dass am Schluss nicht ins Tor, sondern an die Latte geworfen werden sollte. „Die Übungen am Schluss haben mir am besten gefallen“, erzählte Ulrike Kümmerlen, die auch im neuen Schuljahr auf jeden Fall dabei bleiben möchte.

Am Ende strahlten nicht nur die Kinder, sondern auch Marielle Bohm. „Es macht viel Freude, mit Kindern zu arbeiten, besonders, wenn sie so eifrig bei der Sache sind.“ Gut findet sie auch, dass Kinder unterschiedlichen Alters gemeinsam am Projekt teilnehmen. „Bei einem gemeinsamen Training können die Jugendlichen auch untereinander viel voneinander lernen.“