Auftaktsieg im Bottwartal Derby

Veröffentlicht am von Bernhard Rode.

Die Beilsteiner Langhanshalle war zum Saisonauftakt der Handball-Württembergliga bis auf den letzten Platz gefüllt. Fast 600 Zuschauer sorgten für einen würdigen Rahmen, in dem sich die SG Bottwartal und der Liga-Neuling SKV Oberstenfeld um die Handball-Vorherrschaft im Bottwartal duellierten. „Vor solch einer Kulisse zu spielen, spornt natürlich ungemein an“, zeigte sich auch SG-Torwart Steffen Blank beeindruckt. Ob er nur deshalb zu den Besten auf dem Platz zählte, ist ungewiss. Fest steht aber: Er zeigte in einer kämpferisch geführten Partie hervorragende Leistungen und wurden dafür ein ums andere Mal mit Gesängen von den Fans gehuldigt.

Die gastgebende SG Bottwartal gab zu Beginn den Ton an und führte bereits nach zwei Minuten mit 3:0, da hatte Oberstenfeld noch keinen platzierten Wurf auf das gegnerische Gehäuse gebracht. Mehrmals scheiterten die Gäste am Aluminium oder Torhüter Blank, während die SG durch zügige Torabschlüsse zu Zählbarem kam. Insbesondere konnte Neuzugang Florian Koch in dieser Phase zeigen was ihn so wertvoll macht. Oberstenfeld kam mit der Zeit besser in das kampfbetonte Spiel, fand immer wieder Lücken in der gut stehenden Beilsteiner Abwehr. Nach 16 Minuten war der SKV mit dem erstmaligen 5:5-Ausgleich nach einem Tempogegenstoß von Marc Ihlefeldt und dank sehenswerter Paraden von Torhüter Fasano wieder voll im Spiel – zu einer Führung kamen die Grün-Weißen jedoch nicht.

Auch in der zweiten Spielhälfte begegneten sich beide Mannschaften zunächst auf Augenhöhe, es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Die SG Bottwartal kam dabei nie zu mehr als zwei Treffern Vorsprung, Oberstenfeld hielt sich wacker in der Partie und ging in der 49. Minute beim 17:16 erstmals in Führung. Doch wer nun glaubte, die Gäste seien davon beflügelt gewesen, der wurde eines Besseren belehrt. Nun zeigte sich die physische und konditionelle Überlegenheit der Spieler um Coach Ralf Selcho. Und so bejubelten die SG-Fans bereits drei Minuten später wieder eine Drei-Tore-Führung ihrer Mannschaft. Nun kann der große Auftritt von Krunoslav Jelinic. Mit sehenswerten Einzelaktionen und einer perfekten Spielübersicht lenkte er das Spiel in der entscheidenden Phase und brachte den jungen SKV-Abwehrspieler Christoph Knak mehrmals in arge Bedrängnis. Und als sechs Minuten vor Schluss der Oberstenfelder Christoph Knak eine Zeitstrafe kassierte und der Beilsteiner Florian Koch daraufhin einen Strafwurf zum 21:18 verwandelte, war die Entscheidung gefallen.

Die Gastgeber gaben diese Führung nicht mehr aus der Hand und auch SG-Torhüter Blank überzeugte noch einmal mit einer sehenswerten Parade gegen den allein auf das Tor stürmenden Schmid. „Das Zusammenspiel mit der Abwehr hat heute hervorragend funktioniert, da hat man es als Torwart leichter, solche Bälle zu halten“, freute sich Blank über einen „Auftakt nach Maß“. Der beste Werfer des Tages, Florian Koch, steuerte schließlich mit der Schlusssirene das letzte Tor zum 25:21-Endstand bei.

Sein Trainer Ralf Selcho atmete nach dem Abpfiff erst einmal tief durch: „Das war ein sehr wichtiger Sieg in der erwarteten Abwehrschlacht, die wir über die kämpferische Schiene für uns entschieden haben. Unsere Abwehrleistung war phänomenal, im Angriff waren wir allerdings zu statisch. Wir haben leistungsmäßig noch Luft nach oben“, verspricht er.

SG Bottwartal: Neumann, Blank – Vieler (3), Rode, Stettner (1/1), Deuring (1), Käfer, Jelinic (3), Gneiding (4), Brock, Kandziora (1), Weiberle (2), Koch (9/2), Frank (1).

Schon am kommenden Wochenende gilt es den Sieg gegen die Grün-Weißen zu bestätigen. Mit der Mannschaft aus Schwäbisch Gmünd stellt sich ein selbsternannter Meisterschaftskandidat in der Langhanshalle vor. Gegen die körperlich starke Mannschaft aus Schwäbisch Gmünd haben die SGler noch eine Rechnung offen. Nicht nur den beim Hinspiel verschenkten die Roten zwei Punkte. Mit einer tollen Aufholjagd in der zweiten Halbzeit braucht man die Gmünder beim Saisonauftakt vor einem Jahr zum Wackeln, gefallen sind sie dann dennoch nicht, da in den letzten 5 Minuten einfach die Kraft gefehlt hat. „Die Jungs sind heiß, keiner hat sich im Derby ernsthaft verletzt. Alle Mann sind an Bord und wir sind nicht gewillt die Punkte so locker abzugeben“, so Trainer Selcho. Anpfiff zur Samstagspartie in der Langhanshalle ist 20:00 Uhr.