Herren 1: Erste Halbzeit hui zweite Halbzeit pfui

Veröffentlicht am von Bernhard Rode.

Durch viele technische Fehler zu Beginn der zweiten Halbzeit vergaben die Spieler um Trainer Selcho einen möglichen Erfolg im zweiten Spiel der Runde.Württembergliga-Handballer der SG Bottwartal verlieren gegen TSB Schwäbisch Gmünd mit 23:29 (13:12).

Fünf Minuten vor Schluss skandierten die wenigen, aber lautstarken Fans des TSB Schwäbisch Gmünd den Erfolg ihrer Mannschaft mit den Schlachtrufen „Auswärtssieg“ und „So sehn Sieger aus“. 28:21 führten die Gäste, die in dieser Saison zu den Aufstiegsfavoriten zählen, in der Langhanshalle. Doch im Prinzip war die Entscheidung über Sieg und Niederlage in diesem Spiel schon viel früher gefallen: Als sich zu Beginn der zweiten Hälfte die SGler viele technische Fehler im Angriff leisteten, nutzten die routinierten und physisch starken Gäste dies aus und zogen bis zur 41. Minute auf 15:20 davon. Hinzu kam, dass die Bottwartaler in dieser Phase durch Zwei-Minuten-Strafen in Unterzahl agieren mussten. „So hart es klingt, aber wir haben uns in dieser Begegnung selbst auf die Verliererstraße gebracht“, bilanzierte SG-Trainer Ralf Selcho nach der Schlusssirene.

Dass die SG Bottwartal mit einem Spitzenteam der Liga zeitweise mithalten kann, zeigte die Mannschaft in der ersten Halbzeit: Nach vier Minuten leuchtete nach Treffern von Tobias Deuring, Michael Stettner per Siebenmeter und Michael Frank von der Rechtsaußenposition eine 3:0-Führung von der Anzeigetafel in der Halle. Bis zur 17. Minute hatte der TSB Schwäbisch Gmünd beim 6:6 jedoch den Ausgleich geschafft. Ein Großteil der Tore in dieser Phase fiel durch Siebenmeter. Von Anfang an als großer Rückhalt erwies sich Steffen Blank im SG-Tor, der insgesamt acht freie Würfe parierte und zudem zwei Siebenmeter entschärfte.

Übertroffen wurde er in dieser Begegnung aber noch von Gmünds jungem Schlussmann Sebastian Fabian, der sogar vier Strafwürfe parierte und hinter einem kompakten Defensivverband die Rückraumschützen des Selcho-Teams mit seinen Paraden zur Verzweiflung brachte. „Wir mussten uns unsere Tore richtig erkämpfen, da hat ein wenig die Leichtigkeit gefehlt“, stellte SG-Coach Selcho fest.

Doch begegnete sein Team dem Favoriten in der ersten Halbzeit noch auf Augenhöhe: Stefan Kandziora brachte die Gastgeber beim 8:6 (19.) mit zwei Toren in Führung. Der TSB Schwäbisch Gmünd ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken und lag nach drei Treffern in Folge beim 9:8 seinerseits erstmals vorne. Erneut Kandziora sorgte in der 28. Minute nochmals für einen Zwei-Tore-Vorsprung (13:11). Zur Pausensirene rettete das Selcho-Team ein 13:12 in die Kabine.

Nach der Schwächephase zu Beginn der zweiten Hälfte kam die SG Bottwartal nie mehr als vier Tore heran. Negativer Höhepunkt war die Rote Karte gegen Edgar Gneiding in der 54. Minute, der dafür mindestens zwei Spiele gesperrt sein dürfte. „Es gilt abzuwarten wie die Berichte der Schiedsrichter ausfallen und wie dann die Gerichtsbarkeit des HVW´s entscheidet. Wir gehen von einer längeren Sperre aus“, so SG Vorstand Gramsch. Am Ende stand ein verdienter 29:23-Erfolg der Gäste. Obwohl man sich bei der SG gegen diesen Gegner keine Punkte ausgerechnet hatte, zeigte sich Coach Selcho doch etwas enttäuscht: „Ich hatte gedacht, dass wir schon etwas weiter wären und auch so einen Gegner zu Hause mal schlagen könnten“, meinte er. Dafür müsse es aber gelingen, 60 Minuten lang auf hohem Niveau zu spielen. „Der TSB Schwäbisch Gmünd war heute abgezockter und hat sich keine Schwächephase erlaubt“, meinte Selcho.

Nun gilt es am kommenden Sonntag in Remshalden die ersten Auswärtspunkte anzustreben. Spiel beginn ist um 15:00 Uhr. An Remshalden hat die Selcho Truppe gemischte Erinnerungen. Konnte man in Remshalden nach einem spannenden Spiel noch einen Punkt ergattern, verlor man das Rückspiel in der Langhanshalle zu Rundenende. Mit Ausnahme des noch in den USA weilenden Youngster Michael Henninger und dem nach seiner roten Karte gesperrtem Edgar Gneiding sind alle Mann an Bord. Lediglich der Einsatz von Tobias Deuring ist fraglich, da ihn eine Verletzung an der Wurfhand handicapt. „Die Woche wird zeigen ob es geht“, so Deuring.

SG Bottwartal: Blank, Neumann – Frank (4), Brock (1), Weiberle (2), Deuring (2), Jelinic (2), Kandziora (1), Stettner (4/2), Vieler (4/1), Rode, Koch (3/1), Gneiding.