Herren1: David gegen Goliath oder Meisterschaft gegen Klassenerhalt

Veröffentlicht am von Bernhard Rode.

Am kommenden Sonntag kommt es für die Handballer der SG Bottwartal zu einem weiteren Derby. Die Selcho-Jungs sind zu Gast beim Goliath der Liga, dem TSV Weinsberg. Um 17:00 Uhr ist der Anpfiff zum Derby TSV Weinsberg gegen die SG Bottwartal, gespielt wird in der Weibertreuhalle in Weinsberg.

Nach zwei denkbar knapp verpassten Aufstiegen ist die Mannschaft aus Weinsberg der selbsternannte Titelaspirant der Württembergliga Nord und wird von nahezu allen Trainern als Topteam der Liga bewertet. Da der Kader der Weibertreustädter nahezu unverändert blieb, ist dieser hohe Anspruch durchaus gerechtfertigt. Zudem konnte mit Peter Baumann ein adäquater Nachfolger für den langjährigen Trainer Axel Mayer verpflichtet werden. Dass der Goliath der Liga noch nicht so richtig in Schwung gekommen ist, zeigen die beiden letzten Ergebnisse. So konnte die zweite Garde des Bundesligisten FRISCH AUF Göppingen einen Sieg mit zwei Toren in Weinsberg einfahren und auch der SKV Oberstenfeld konnte zumindest eine Halbzeit lang die Weibertreustädter ärgern.

Wer am Sonntag Favorit ist, ist allerdings von vorneherein klar, dies untermauert auch nochmals Trainer Selcho. „Der Sieg gegen Göppingen war für uns extrem wichtig. Nur mit einer 150%igen Leistung können wir in Weinsberg mithalten. Trotz des Sieges vom vergangenen Wochenende gegen Göppingen sind wir Außenseiter.“ Nur mit einer wahren Glanzleistung in Abwehr und Angriff sowie einer geschlossenen Mannschaftsleitung ist gegen die Weibertreustädter etwas zu holen. Aber Derbys schreiben auch mal nicht ganz normale Geschichten. „Gestärkt durch den zweiten Heimsieg, können wir etwas entspannter in diese Partie gehen“, so Trainer Selcho, der aber auch gleich betont, dass „die Mannschaft sich nicht verstecken darf, auch wenn wir einmal zurückliegen, will ich Kampf und Einsatz bis zum Ende sehen“.

Wie man in Weinsberg unter die Räder kommen kann, haben die Bottwartaler in der letzten Runde selbst erlebt, als man sich nach guter ersten Halbzeit sich kampflos ergab und wahrlich auseinandergenommen wurde.

Mit Ausnahme des am Finger operierten Torhüters Fabian Goldfuß und dem noch immer in Amerika weilenden Michael Henninger stehen Trainer Selcho alle Spieler zur Verfügung. Selbst der gesperrte Edgar Gneiding darf wieder ran. Nachdem Michael Stettner im letzten Spiel glänzend Regie geführt hat, muss sich Gneiding wieder unter Beweiß stellen. „Das ist das gute an unserem Kader, dass wir immer einen Leistungsdruck haben“, so Coach Selcho. Allerdings hat das letzte Spiel und die Trainingswoche doch Spuren bei der Mannschaft hinterlassen. So stehen hinter den Spielern Jelinic, Deuring und Koch noch Fragezeichen, da sie angeschlagen sind. Fraglich ist noch, wer Torhüter Neumann als zweiten Mann unterstützen wird. Mann darf gespannt sein, wem Selcho sein Vertrauen schenken wird. Und Überraschungen tun einem Derby besonders gut. Man darf gespannt sein, wie sich die Mannschaft beim Derby in Weinsberg schlagen wird. Alles andere als eine Niederlage wäre fast schon eine Sensation.