MZ: Daniel Neumann spielt mit Köpfchen

Veröffentlicht am von Bernhard Rode.

Von Henning Maak – Marbacher Zeitung – Sonntag, 28.11. 2010

SG-Torhüter Daniel Neumann konnte sich nach der Schlusssirene vor Gratulanten kaum retten: Abteilungsleiter Andreas Gramsch drückte ihn an sich, Mannschaftskollege Simon Weiberle gab ihm ein Küsschen auf die Stirn. SG-Trainer Ralf Selcho unterstrich den großen Beitrag seines Schlussmanns am 29:24-Erfolg über den SV Fellbach: „Er hat ein paar wichtige Bälle gehalten.“

Seine wichtigste Parade lieferte Neumann in der 53. Minute ab: Bei einer knappen 24:23-Führung der Gastgeber schickten die Unparteiischen Markus Käfer nach einer Aktion am Kreis gegen Fellbachs Kreisläufer Tobias Steigerwald für zwei Minuten auf die Bank und entschieden auf Siebenmeter. Den Strafwurf von Bastian Klett bekam Neumann voll ins Gesicht und musste danach kurz behandelt werden. „Ich bin hochgesprungen, deswegen habe ich ihn voll abbekommen“, erklärte Neumann seine Heldentat. Dies sei aber ein „Weckruf für das Team“ gewesen. Dieses überstand die Unterzahl ohne Gegentreffer und hatte nach dem 25:23 durch Edgar Gneiding Glück, dass ein Tor der Fellbacher abgepfiffen wurde, da der SV-Trainer zuvor die grüne Karte für die Auszeit gezückt hatte.

In den letzten Minuten konnte sich die SG Bottwartal auf die starken Nerven von Florian Vieler verlassen, der zwei Siebenmeter verwandelte und in der 59. Minute für das entscheidende 27:24 sorgte. „Die Siebenmeter waren wichtig heute“, meinte der SG-Linksaußen, der insgesamt fünf Mal von der Strafwurflinie traf und mit zwölf Toren treffsicherster SG-Akteur war. „Hauptsache gewonnen, das war wichtig nach den zwei Niederlagen am letzten Wochenende“, schob der SG-Akteur nach.

Für Coach Selcho waren die kämpferische Einstellung und die Minimierung der eigenen Fehler die Hauptgründe für den Erfolg. „Wir wollten den Sieg in der Schlussphase mehr, und haben dank einer starken Abwehrleistung nur zwölf Tore pro Halbzeit zugelassen“, zeigte er sich zufrieden.

Die Angst, Fehler zu machen, war den vor dem Spiel punktgleichen Mannschaften von Beginn an anzumerken. Die SGBottwartal lag zu Beginn beim 4:2 (4.) und 8:6 (13.) zwar zwei Mal mit zwei Toren in Führung, leistete sich dann aber eine Schwächephase, die die Fellbacher mit fünf Toren in Folge zum 8:11 (20.) ausnutzten. Allerdings kam bei zwei Pfostentreffern von Thorsten Brock auch Pech dazu. Der eingewechselte Krunoslav Jelinic brachte dann wieder mehr Ordnung ins Spiel der Gastgeber, die in der 29. Minute durch einen Siebenmeter von Florian Vieler zum 11:12-Anschlusstreffer kamen. Mit der Pausensirene traf der starke Edgar Gneiding aus spitzem Winkel zum 12:12-Ausgleich.

Zum Weckruf wurde die spektakulärste Aktion der ersten Hälfte jedoch nicht: Nach 36 Minuten führte Fellbach wieder mit 17:15. „Aber auch in dieser Phase sind wir ruhig geblieben“, lobte Coach Selcho. Sein Team zog wieder auf 22:19 (46.) davon, doch in der 52. Minute kamen die Gäste durch Ivan Miletic zum 23:23-Ausgleich. Und dann zeigte Daniel Neumann, was „Spiel mit Köpfchen“ bedeutet.

SG Bottwartal: Neumann, Goldfuß – Vieler (12/5), Weiberle, Henninger (2), Stettner (1), Deuring (4), Gneiding (5), Brock, Koch (4), Frank, Käfer, Jelinic (1), Kandziora, Rode.