Herren 1: TSB Schwäbisch Gmünd – SGB 31:27 (16:12)

Veröffentlicht am von Bernhard Rode.

Wo war die Leidenschaft?

Zum Jahresstart verlieren die Württembergliga-Handballer der SG Bottwartal beim TSB Schwäbisch Gmünd mit 27:31 (12:16) und vergaben die große Chance auf Big Points im Hammer-Januar.

Nach der Weihnachtspause startete die Selcho Truppe als erste Mannschaft der SG in die Rückrunde. Schon traditionell stand die Reise nach Schwäbisch Gmünd auf dem Programm. Das Endergebnis war ärgerlich und enttäuschend für die vielen mitgereisten Fans. Mit Ausnahme der ersten 15 Minuten, in denen die SG klar den Ton angab, war der Rest nach der tollen Vorrunde eher spärliche Magerkost. Ein enttäuschter Trainer Selcho bilanzierte nach dem Schlusspfiff, „es wäre mehr drin gewesen und hier hätten wir richtige Big Points machen können“.

Nach einer holprigen Vorbereitung fuhren die SGler mit gemischten Gefühlen nach Schwäbisch Gmünd. Auf Grund von Krankheit und Urlaub waren nie viele Spieler in den Trainingseinheiten und zum anderen schwebte die Angst einer weiteren Niederlage über der Mannschaft, konnten doch noch nie Punkte gegen die Gelb-Blauen von der Ostalb gewonnen werden.

Überraschend stark und selbstbewusst war die SG Bottwartal in die Partie gestartet und konnte nach wenigen Minuten ein 3 zu 0 vorlegen. „Wir waren im Angriff sehr beweglich und haben relativ einfache Tore aus dem Rückraum erzielen können“, so Selcho. „Vor allem Tobse Deuring und Flo Koch trumpften in den Anfangsminuten auf und zeigten sich treffsicher in ihren Aktionen. Nach zehn Minuten sind wir gut dagestanden“, sagte der SG-Coach. Leider nur eine Momentaufnahme, denn dann kam Schwäbisch Gmünd besser ins Spiel und konnten in der 15. Spielminute erstmals zum 7 zu 7 ausgleichen. Bis zur 21. Minute ging es dann Schlag auf Schlag und beim 9:10 lagen die Hausherren erstmals vorne. Diese Führung gaben sie in der Folgezeit nicht mehr aus der Hand. „Nach 15 Minuten haben bei einigen meiner Spieler die Kräfte nachgelassen“, erklärte Ralf Selcho und ergänzte: „Uns hat dann einfach Cleverness und der 100-prozentige Siegeswille gefehlt.“ Auch die Ausfälle und somit nicht vorhandene Alternativen von Krunoslav Jelinic und Stefan Kandziora haben sich dann negativ bemerkbar gemacht. Besonders ärgerlich war, dass man die vielen Gastgeschenke der Gmünder nicht nutzen konnte. Kurz vor dem Pausensignal kam die SG nochmals in Ballbesitz und hätte auf zwei Tore verkürzen können, vertändelte jedoch das runde Leder in aussichtsreicher Position und kassierte den 16. Gegentreffe zum Halbzeitstand von 12 zu 16.

„Näher als drei Tore sind wir in Halbzeit zwei dann nicht mehr herangekommen. Das war unser Manko“, monierte der Coach. Zumal genügend Chancen und Gastgeschenke da waren. Siebenmeter und Kontermöglichkeiten wurden ebenso teilweise kläglich vergeben wie Würfe aus guten Schusspositionen. „Da hat man einfach die fehlende Spielpraxis nach der Pause bemerkt“, meinte Ralf Selcho, für den die Niederlage jedoch kein Beinbruch darstellt. „Mit etwas mehr Leidenschaft, Siegeswillen und Kampfgeist können wir bei nächsten Heimspiel auch gegen Remshalden punkten und wären dann wieder voll im Soll. Wichtig wäre nur, dass wir die Leidenschaft nicht in der Kabine lassen und uns mehr aufopfern“.
SG Bottwartal: Neumann, Goldfuß – Frank, Vieler (6/1), Käfer, Gneiding (3), Koch (4), Deuring (7), Stettner, Rohde (1), Henninger (1), Brock (5), Weiberle.