Herren1: Im Mittelfeldduell brach die SG völlig ein.

Veröffentlicht am von Bernhard Rode.

Die SG Bottwartal geht in der Handball-Württembergliga nach ihrem schwächsten Heimspiel der Saison gegen die SF Schwaikheim mit 25:37 (12:13) regelrecht unter und steht nun kurz vor dem Relegationsplatz.

Die Szene nach der Schlusssirene war symptomatisch für das völlig verkorkste Spiel der SG. Schwaikheim bejubelte und feierte ihren Auswärtserfolg und die SG Akteure standen wir begossene Pudel vor dem fassungslosen und enttäuschtem Publikum.

Was die SG Bottwartal in der zweiten Hälfte ihren Anhängern bot, war ein spielerisches und kämpferisches Armutszeugnis. Auf den Zuschauerrängen machte der Begriff von der „Arbeitsverweigerung“ die Runde. SG-Trainer Ralf Selcho konnte das Geschehene nur schwer erklären und sprach nach dem erlösenden Schlusspfiff von einem „Motivationsproblem im Team“ und ergänzte niedergeschlagen, dass „war ein Komplettausfall des gesamten Teams in der zweiten Hälfte“. Unverständlich wie die Mannschaft um die Führungsspieler Koch, Jelinic und Vieler sich in den zweiten 30 Minuten präsentierte. Zur Halbzeit lag man lediglich ein Tor zurück. Mit einem 12:13-Rückstand waren die SGler aus der Kabine gekommen, trotz eines zurückhaltenden Auftritts in den ersten 30 Minuten schien die Partie völlig offen. Doch dann nahm das Ende seinen Lauf. In Überzahl fing man sich 3 Tore ein und erzielte lediglich eines selbst.

Nach 35 Minuten und einem auf 14:19 angewachsenen Rückstand zog SG-Coach Selcho mit einer Auszeit die Reißleine, doch die eingesetzte Talfahrt ließ sich nicht mehr aufhalten. So konnte der Tabellennachbar bis zur 45. Minute auf 27 zu 17 seinen Vorsprung ausweiten – fast ohne Gegenwehr der SG.

„Schon seit einigen Spielen reichen drei oder vier Gegentore in Folge, damit unser Konzept total auseinander bricht“, kritisierte SG-Coach Selcho. Dabei war die SG den Schwaikheimern in der ersten Hälfte auf Augenhöhe begegnet: Bis zum 3:2 lagen die Gastgeber stets in Führung, einen 3:5-Rückstand (12.) machte das Team schnell wieder wett. Allerdings zeigte sich bereits in der ersten Halbzeit, dass die Abwehr der Hausherren zu passiv und unbeweglich agierte. Insbesondere gegen die starken Rückraumschützen der Schwaikheimer kamen die Manne der SG stets zu spät.

Auch die von Selcho angeordnete enge Deckung gegen Rentschler und Schmid brachten keinen Erfolg. Immer wieder fanden die restlichen Schwaikheimer Felsspieler Lücken in der indisponierten SG-Defensive. „Wir hatten einen völligen Bruch im Spiel. Schwaikheim musste nur unsere Fehler ausnutzen“, stellte SG-Akteur Krunoslav Jelinic selbstkritisch fest, „aber wir hätten mindestens kämpfen müssen.“ Für Selcho sind die beiden hohen Niederlagen gegen Weinsberg und in Göppingen der Grund für die Verunsicherung im Team. „Seitdem ist das Selbstvertrauen weg. Und wenn wir immer so spielen, rutschen wir noch unten rein“, befürchtet er. Nun kommt es am kommenden Wochenende zu einem wohl richtungsweisenden Spiel in Bartenbach. Sollten dort keine Punkte eingefahren werden, droht die Abstiegsrelegation.

SG Bottwartal: Neumann, Goldfuß – Frank (4), Kandziora (2), Vieler (4/2), Stettner, Deuring (1), Koch (5/1), Weiberle (1), Jelinic (2), Henninger (2), Rode (1), Gneiding (1), Käfer (2).