„Das Potenzial ist immens, der Mannschaftsverbund muss gestärkt werden…“

Veröffentlicht am von Trainer.

Sch – Der neue Trainer der Württembergliga Handballer der SG Bottwartal, Silvio Korn, stellt sich den Fragen nach Spielphilosophie und den kommenden Aufgaben im Kampf um den Klassenerhalt.

 

G.S.: Herr Korn, zunächst einmal Glückwunsch zur Berufung in das Traineramt der SG Bottwartal, wie haben Sie die letzten Tage bis zur offiziellen Nominierung erlebt?

 

S. Korn: Die sportliche leitung der SG, Klaus Kübler und Andreas Gramsch, haben mich am Dienstag nach der Niederlage in Leonberg angesprochen, ob ich mir vorstellen könnte, das Amt im Falle eines Falles zu übernehmen.

Selbstverständlich war ich bereit, dem Verein in vollem Umfang zur Seite zu stehen, allerdings müssen die Begleitumstände passen. Für mich ist Krunoslav Jelinic das Herz dieser Mannschaft, deshalb habe ich von Anfang an darauf bestanden, dass er weiterhin als Führungsspieler an Bord bleibt.

 

G.S.: Sie sind als Trainer bekannt, der immensen Wert auf die Defensive legt, welche Spielphilosophie verfolgen Sie darüber hinaus mit Ihren Mannschaften und wie soll die SG Bottwartal unter Ihnen künftig auftreten?

 

S.Korn: Wir werden durch totale, mannschaftliche Geschlossenheit und einen starken Deckungsverband auffallen, das sehe ich als Grundlage für den Erfolg in dieser Saison. Aus einer geschlossenen Einheit in der Defensive werden wir druckvoll und mit schnellen Kontern nach vorne spielen. Wir wollen ständigen Druck auf den Gegner ausüben und ihn so zu Fehlern zwingen. Das Potenzial um ein solches Spiel über 60 Minuten durchzuziehen sehe ich in der Mannschaft, wir haben viele junge, athletische Spielertypen, die für ein solches System prädestiniert sind.

 

G.S.: Wie ist der erste Eindruck Ihrer neuen Mannschaft, welche Stärken sehen Sie und wo werden Sie als Trainer in den kommenden Wochen ansetzen?

 

S. Korn: Das große Kapital dieser Mannschaft ist das spielerische Potenzial nach vorne. Dies zeigt sich auch in der hohen Torwurfquote, die sie in den bisherigen Spielen erzielt hat. Diese Durchschlagskraft in der Offensive wollen  wir durch schnelles Konterspiel unterstützen. Die Hauptaufgabe in den nächsten Wochen wird sein, einen Team zu bilden, das im mannschaftlich geschlossenen Deckungsverband miteinander und füreinander arbeitet – mehr als das bisher augenscheinlich der Fall war.

 

G.S.: Krunoslav Jelinic soll auf und neben dem Feld als Ihr verlängerter Arm fungieren, welche Spieler sehen Sie in weiteren Führungsrollen und wo besteht aus Ihrer Sicht personeller Handlungsbedarf?

 

S. Korn: Neben Kruno sehe ich Florian Vieler mit seinem riesigen Potenzial auf der linken Rückraumposition als absoluten Führungsspieler. Ebenso Florian Koch und Markus Käfer, der als relativ junger Spieler konstant gute Leistungen abruft und offensiv wie defensiv ein wichtiger Spieler ist. Des Weiteren haben wir ein Gerüst aus jungen Spielern, die das potenzial haben, in Führungsrollen hineinzuwachsen. Hier sehe ich vor Allem Thomas Müller und Max Vogel –  der uns ja leider aufgrund eines Kreuzbandrisses lange fehlen wird – auf einem guten Weg.

Handlungsbedarf sehe ich auf der „Königsposition“ im linken Rückraum, die meiner Meinung nach gleichwertig doppelt besetzt sein muss. Der junge Michael Rieker, der bisher in der zweiten Mannschaft zum Einsatz kam hat großes Potenzial und ich denke er kann problemlos als Backup für Florian Vieler zum Einsatz kommen und so an die Württembergliga herangeführt werden.

 

G.S.: Einige sicher auch im Abstiegskampf hilfreiche Eigenschaften vermitteln Sie Ihren Mannschaften mit individuellem Boxtraining. Welche Effekte lassen sich damit erzielen und wie kommen Sie zu dieser originellen Trainingsform?

 

S. Korn: Ich habe selbst fünf Jahre lang geboxt und hatte somit beim Einstieg im Handball hervorragende athletische und physische Voraussetzungen für diesen Sport. Besonders die intensive Beinarbeit und die schnelle Auffassungsgabe von Bewegung und Schnelligkeit des Gegners werden beim Boxen gefördert und sind auch beim Handball – besonders in der Abwehrarbeit – von großem Wert. Somit ist das Boxtraining die weltweit beste Methode für individuelles Abwehrtraining.