Herren1: Den Bann brechen, egal wie…

Veröffentlicht am von Bernhard Rode.

Sch – Die Württembergliga-Handballer der SG Bottwartal zeigen sich auch bei der 31:29 Niederlage in Fellbach in verbesserter Form. Am Samstag gegen den TV Altenstadt wird ein gutes Spiel nich reichen, es muss unbedingt der erste Saisonsieg gelingen.

Nach dem Schlusspfiff in der Fellbacher Zeppelinhalle waren sich die mitgereisten Bottwartäler einig, dieses Auswärtsspiel hatte die Jelinic-Truppe wahrlich nicht in der Defensive verloren. Mit insgesamt 28 Paraden, davon allein zehn sogenannte „Freie“ in den letzten 20 Spielminuten war Torhüter Stefan Doll der herausragende Akteur im Dress des SV Fellbach. Die Schützen der SG verzweifelten reihenweise am ehemaligen Bundesligaschlussmann, egal ob Konter, Strafwürfe, oder Torchancen aus dem gebundenen Spiel heraus, die Mannen von Spielertrainer Krunoslav Jelinic bekamen zu keinem Zeitpunkt des Spiels ihre Abschlussquote in den Griff.

 

Dabei hatte es für den Tabellenletzten aus dem Bottwartal lange vielversprechend ausgesehen. Obwohl mit nur 9 Feldspielern angereist und nach 12 Minuten durch den Ausfall von Rückraum-Ass Vanja Babler zusätzlich geschwächt, hielt die SG den Fellbacher Gastgeber lange Zeit in Schach. Bis zur 25. Spielminute waren die Bottwartäler sogar meist in Führung gelegen.

Gestützt durch eine ungewohnt sattelfeste Abwehr – hier war der stabilisierende Einfluss von Routinier Florian Koch deutlich spürbar – konnte sich die SG immer wieder Ballgewinne erarbeiten und in Führung gehen.

Dass man sich aufgrund technischer Fehler und der bereits in Halbzeit eins ausbaufähigen Chancenauswertung nicht um mehr als ein Tor absetzen konnte, sollte sich kurz vor der Pause rächen. Durch zwei schnelle Ballgewinne und die nicht zu verteidigenden Pässe von Stefan Doll auf seine schnellen Flügelspieler konnten die Gastgeber bis zur Halbzeit eine drei Tore Führung herausspielen.

In Halbzeit zwei war es dann der mit insgesamt 17 Paraden ebenfalls starke Daniel Neumann der seine Vorderleute im Spiel hielt und die Entscheidung bis in die Schlussphase hinauszögerte. In der Abwehr ließen nun Konzentration und Entschlossenheit nach und Fellbach kam mit immer geringerem Aufwand zu Toren.

Dass die SG in der Schlussviertelstunde den zeitweise sechs Tore großen Rückstand beinahe egalisierte lässt Hoffen, allerdings wäre an diesem Abend mit einem Tick mehr Konzentration im Abschluss mehr drin gewesen.

So stehen Krunoslav Jelinic und seine Mannschaft am kommenden Samstag gehörig unter Druck, wenn man um 20 Uhr in der Beilsteiner Langhanshalle mit dem TV Altenstadt einen weiteren Konkurrenten um die Nichtabstiegsplätze empfängt. Die rote Laterne wird die SG Bottwartal auch nach diesem Spieltag innehaben, allerdings gilt es den Abstand zum hinteren Mittelfeld zu verkürzen.

„Wenn jeder unserer Spieler mit dem sprichwörtlichen Messer zwischen den Zähnen aufläuft, sich auch für den Nebenmann aufreibt und mental zu der nötigen Stärke findet auch wiederholt Rückschläge in positive Energie umzusetzen, dann holen wir am Samstag die ersten und bei Gott nicht letzten Punkte dieser Saison“, ist sich SG-Pressesprecher Gero Schmidt sicher.

Die Personalsituation ist weiterhin angespannt, nach heutigem Stand stehen dem Trainer weiterhin fünf Spieler nicht zur Verfügung und auch das verbliebene Personal plagen einige Blessuren.

Ob man die Breite des Kaders mit Spielern aus der zweiten Reihe erhöht, oder ob wie in Fellbach eine dezimierte Mannschaft ins Spiel gehen wird spielt eine untergeordnete Rolle, der Bann von nunmehr fünf sieglosen Saisonspielen muss gebrochen werden.

Kreisläufer Markus Käfer bringt es auf den Punkt: „Wir müssen die Punkte in Beilstein behalten, egal wie! Von einem guten Spiel können wir uns Nichts kaufen.“