Herren1: Auch die englische Woche bringt keine Punkte

Veröffentlicht am von Bernhard Rode.

Der Handball Württembergligist wartet auch nach zwei ansprechenden Derbyleistungen binnen drei Tagen auf die ersten Punkte der Saison.

Sch – Es hat wieder nicht sollen sein. Auch nach dem Derbywochenende mit dem Heimspiel gegen den TV Flein und dem Auftritt am gestrigen Dienstag beim Aufsteiger aus Neckarsulm bleibt die SG Bottwartal ohne Punktgewinn in der mittlerweile nicht mehr jungen Württembergliga-Saison.

SG Bottwartal – TV Flein 26:27

Das ewig junge Derby zwischen den Fleinern und der SG Bottwartal sorgte auch diesmal für volles Haus in Beilstein. Die gut 700 Zuschauer sahen ein von Anfang an kampfbetontes und daher zerfahrenes Spiel. Die Gäste aus Flein legten ein ums andere Tor vor und die Mannen von Silvio Korn hielten konsequent dagegen. Im Spiel der Bottwartäler war hier eine deutliche Steigerung in Sachen Ballsicherheit, Angriffsverhalten und Chancenausbeute zu bemerken, ein ums andere Mal konnte das Tabellenschlusslicht die Fleiner Führung ausgleichen, folglich ging es unentschieden in die Halbzeit.

Nach der Pause fielen die Mannen von Trainer Silvio Korn allerdings zurück zu alten Gewohnheiten und erlaubten dem Gast einen Zwischenspurt auf 14:17. Dass die SG in dieser Phase über 7 Minuten kein Tor erzielen konnte war die Konsequenz des zarghaften und drucklosen Angriffsspiels zu Beginn des zweiten Spielabschnitts.

Dass sich die Korn-Truppe zum wiederholten Male in dieser Saison nach einem Rückstand wieder in aussichtsreiche Position bringen konnte stimmt zwar positiv, zumal die Abwehr über weite Strecken des Spiels dem Fleiner Angriff gut entgegenzutreten wusste, allerdings war auch an diesem Tag das Glück nicht auf der Seite der aufopferungvoll kämpfenden Rumpftruppe der SGB.

Beim Stand von 20:20 geht Flein in Führung, kassiert dann eine Zeitstrafe und muss den letzten Angriff der Bottwartäler in Unterzahl abwehren. Dass die Gastgeber einen Punkt verdient gehabt hätten ist unbestritten, allerdings fehlt dem Team in der momentanen Situation oftmals auch das sprichwörtliche Quäntchen Glück, mit dem der Schlagwurf von Simon Weiberle sieben Sekunden vor Schluss vermutlich in – , statt über das Tor fliegt.

Entsprechend groß war die Enttäuschung nach Spielende bei allen Beteiligten, da erneut die Jubelgesänge der Gastmannschaft durch die Langhanshalle hallten.

NSU Neckarsulm – SG Bottwartal 38:33

Drei Tage nach der bitteren Heimniedelage gegen den TV Flein kam es in der Neckarsulmer Pichterichhalle zu einem weiteren Lokalderby. Die Audistädter verfügen als Aufsteiger über einen gleichermaßen namhaften wie ausgeglichenen Kader, was nicht zuletzt der überaus überzeugende Saisonstart mit 10:4 Punkten belegt.

Die gut besuchte Halle bot einen würdigen Rahmen für ein Württembergligaspiel, auch die Mannen von NSU-Trainer Ergin Toskic waren hochmotiviert, einzig und allein die Gäste aus dem Bottwartal schienen von der Kulisse nur mäßig zum Handballspielen animiert. Mit 0:4 nach fünf Minuten ging der Start in diese Begegnung eindeutig an die Hausherren, die fest entschlossen schienen, dem Tabellenletzten eine standesrechtliche Packung mit auf den Heimweg zu geben.

Erst nach einigen deutlichen Korrekturmaßnahmen der bottwartäler Bank konnte sich die Korn-Truppe kollektiv ermutigen lassen, am Spiel teilzunehmen, was sich nach wenigen Minuten durch einen auf zwei Tore geschmolzenen Spielstand bezahlt machte. Dass sich die NSU in Folge bis zum Halbzeitpfiff erneut auf sechs Tore absetzen konnte, sollte sich im weiteren Spielverlauf noch rächen.

Der bottwartäler Start in die zweite Spielhälfte war im Gegensatz zu Durchgang eins von der aktiven Teilnahme nahezu aller SG-Akteure am Spielgeschehen geprägt. Die alles Andere als übermächtigen Gastgeber ließen sich mittels Einsatz, Glaube und einem Quantum mentaler Umsicht im Angriffsspiel innerhalb von zehn Spielminuten bis auf zwei Treffer einholen, in dieser Phase des Spiels waren die Gäste die klar bessere Mannschaft, aus der nun sicheren Abwehr heraus zwang man Neckarsulm zu technischen Fehlern und konnte einige davon in schnelle Tore umsetzen. Leider fehlte der Korn-Truppe an diesem Abend die nötige Tiefe im Kader um die Wende komplett zu vollziehen, ausserdem warfen diverse Zeitstrafen die Aufholjagd der Gäste vorübergehend zurück.

Dass den Bottwartälern in der Schlussviertelstunde die Kräfte schwanden und die NSU so zu einem insgesamt ungefährdeten 38:33 Sieg kam spiegelt zwar den Spielverlauf durchaus wieder, würdigt jedoch die aufopferungsvoll kämpfende SG-Mannschaft kaum. Für die Langhansstädter gilt es in den kommenden Spielen, sich selbst für den Kraftakt der letzten Wochen zu belohnen.

Am kommenden Samstag haben die Mannen von Trainer Silvio Korn mit dem SV Remshalden den nächsten Gegner aus der oberen Tabellenregion vor der Brust. Dass man eine solche Mannschaft schlagen kann, hat vor allem die Partie gegen den TV Flein gezeigt, zumal es Hoffnung gibt, dass dann die beiden kroatischen Neuverpflichtungen Vanja Babler und Ivan Tolic wieder mit von der Partie sein werden und sowohl im Tor, als auch im rechten Rückraum für die dringend benötigte Entlastung sorgen.

Ob Trainer Korn bis dahin auf weitere Akteure aus dem momentan vollbesetzten SG-Lazarett zurückgreifen kann bleibt abzuwarten, allerdings hat die SG-Rumpftruppe in den letzten Spielen einen vor Allem kämpferisch und defensiv ordentlichen Eindruck hinterlassen und hätte sich einen Heimsieg am kommendem Wochenende mit einer ähnlichen Vorstellung durchaus verdient.