Die SG ist am Leben und noch lange nicht abgestiegen.

Veröffentlicht am von Bernhard Rode.

Mit einer geschlossen starken Mannschaftsleistung konnten die Württembergliga-Handballer der SG Bottwartal in eigener Halle die dezimiert angereisten Gäste der SG Lauter mit 34:29 niederringen und ihren ersten Saisonsieg feiern.

 

Der Druck auf der Mannschaft von Trainer Silvio Korn war groß, schließlich galt es im nunmehr 14. Anlauf die ersten Punkte der Saison einzufahren und die Chance auf den Klassenerhalt zu wahren. Entsprechend nervös gingen die Hausherren in die Partie und rannten nach acht Minuten bereits einem 2:5 hinterher. In der bottwartäler Anfangsformation standen mit Linkshänder Florian Koch und dem serbischen Neuzugang Zeljko Slavujica zwei neue Akteure im Vergleich zu den vorangegangenen Niederlagen gegen Bittenfeld und in Lauterstein. Während Koch wie gewohnt das Abwehrzentrum unter seine Fittiche nahm zeigte der 22-jährige Serbe Slavujica trotz noch fehlender Bindung zum korn´schen Spielsystem sein Potenzial und überzeugte durch gute Technik im „1-gegen-1“ und gekonnte Assists für seine Nebenleute, besonders Florian Vieler auf Linksaußen und Vanja Babler auf der halbrechten Rückraumposition profitierten von der Spielübersicht des Serben.

 

Als die Hausherren Mitte der ersten Halbzeit ausgleichen konnten und nach 20 Spielminuten erstmals in Führung lagen wuchs die Zuversicht auf den Rängen der Beilsteiner Langhanshalle. Kurz vor Ende der ersten Halbzeit konnten die Gäste in Führung gehen, doch die SG zeigte an diesem Abend Willen und ungewohnte Cleverness und so markierte Florian Vieler drei Sekunden vor der Halbzeit den Ausgleich zum 15:15.

 

Den besseren Start in Hälfte zwei erwischten sehr zur Freude der Fans die Hausherren, welche sich durch zwei Kontertore von Michael Stettner auf 17:15 absetzen konnten. In der Folge stand die 3-2-1-Abwehr der SG unter der Leitung von Florian Koch und Stefan Kandziora sicher genug, um den Angriff der SG Lauter nicht entscheidend zur Entfaltung kommen zu lassen und hielt die Gäste konstant auf ein bis drei Tore auf Distanz. Beim Stand von 29:28 in der 54. Spielminute gab sich das euphorisierte Publikum seiner Freude über die gute Leistung der Korn Truppe hin und trug die Bottwartäler auf dem Feld zum entscheidenden Endspurt. Mit drei Toren in Folge erarbeiteten sich die Mannen um den umsichtig Regie führenden Krunoslav Jelinic eine 32:28-Führung und gaben diese bis Spielende nicht mehr her.

Entscheidenden Anteil daran hatte sicherlich der in der 54. Spielminute eingewechselte Daniel Neumann der seinen zuvor von Marc Hoffmann bereits streng bewachten Kasten regelrecht verbarrikadierte und neben seinen sechs Glanzparaden in dieser Phase nur ein einziges Gegentor zuließ.

 

Man of the Match in einer durch die Bank überzeugenden SG Bottwartal war Jungbademeister Vanja Babler, der neben seinen neun Feldtoren und zahlreichen Vorlagen für seine Nebenleute durch großes Engagement, ständige Anspielbereitschaft und aufopferungsvollen Kampfgeist überzeugte.

 

Alles in Allem war der erste Saisonsieg für die Mannen um Trainer Silvio Korn nicht nur überfällig, sondern auch redlich verdient. Die Mannschaft scheint sich und ihre Hierarchie gefunden zu haben, der von Korn zu Amtsantritt als verbesserungswürdig charakterisierte Verbund in Abwehr und Angriff hat sich merklich verdichtet und es zeigt sich auch an der Reaktion des fachkundigen, bottwartäler Publikums, dass es aufwärts geht unterm´ Langhans.

 

Nun gilt es am kommenden Samstag in Bietigheim zu beweisen, dass der sprichwörtliche Bann gebrochen wurde und mit einem Sieg im Ellental den Abstand auf die Nichtabstiegsränge auf voraussichtlich fünf Punkte zu verringern. Gelingt dies, so könnte man voller Zuversicht die Winterpause nutzen um sich auf die Aufholjagd in der Rückrunde vorzubereiten.

 

Durch die Rückkehr von Vanja Babler und dem bis zum Wochenende ebenfalls reaktivierten Ivan Tolic hat der Kader endlich die vor der Saison kalkulierte und durch Verletzungen und weitere Hemmnisse nie verfügbare Manpower. Mit Zeljko Slavujica und Kreisläufer Sebastian Schmitz hat Trainer Korn bis zum Rückrundenstart eine mehr als schlagkräftige und auch in ihrer Tiefe stark besetzte Truppe beisammen, um passend zum Kinostart der neusten Weltrettung von Ethan Hunt die Mission Impossible anzugehen und den Klassenerhalt zu schaffen.