Presse: Torhüter verhindern ein noch höheres Debakel – Marbacher Zeitung vom 9.1.2012

Veröffentlicht am von Trainer.

Von Henning Maak – Beilstein Die Württembergliga-Handballer der SG Bottwartal gehen beim Tabellenführer VfL Waiblingen mit 18:40 (9:19) unter. Die klare Niederlage deutet sich schon in der Anfangsphase an, die Gäste können nur eine Viertelstunde lang Paroli bieten. Von Henning Maak

Es war nicht so, dass man bei der SG Bottwartal beim Tabellenführer VfL Waiblingen mit einem Punktgewinn gerechnet hätte. „Niederlagen gegen Spitzenteams tun weniger weh als gegen direkte Abstiegskonkurrenten“, hatte SG-Trainer Silvio Korn vor der Partie noch gesagt. Es komme aber darauf an, wie man verliere, hatte der Coach noch ergänzt – und unter diesem Aspekt hat ihm der Auftritt seiner Akteure in der Waiblinger Rundsporthalle überhaupt nicht gefallen. „Wir haben nahtlos an die schwache Leistung beim 25:37 im letzten Hinrundenspiel in Bietigheim angeknüpft“, meinte er.
Vor allem die schwache Angriffsleistung gab ihm zu denken: Gerade einmal neun Treffer brachten die Bottwartäler jeweils in beiden Halbzeiten zusammen, und von den insgesamt 18 Toren waren noch fünf Siebenmeter. Was aber noch schlimmer war: Jeden Fehlwurf und jeden technischen Fehler im Angriff bestraften die Gastgeber konsequent mit Tempogegenstoßtreffern. „Genau davor habe ich vor dem Spiel gewarnt, und dann kriegen wir 20 Tore durch Konter“, haderte Silvio Korn. Insbesondere Waiblingens Linksaußen Holger Mayer war in der ersten Halbzeit nicht zu halten. Mit mehreren Metern Vorsprung lief er immer wieder auf SG-Torhüter Ivan Tolic zu und versenkte den Ball ein ums andere Mal.

Dabei gehörte der Kroate im Tor der Bottwartäler – ebenso wie später Marc Hoffmann – noch zu den Besten: Nach vier Minuten parierte er den ersten Siebenmeter der Gäste von Axel Steffens durch einen Reflex und hielt die Gäste bis zum 2:2 im Spiel. Holger Mayer per Konter und Flaviu Onofras per Siebenmeter sorgten nach sieben Minuten dann aber doch für die erste Zwei-Tore-Führung (4:2) des Tabellenführers. Routinier Krunoslav Jelinic brachte die Bottwartäler mit einem Gewaltwurf aus elf Metern noch einmal auf 4:5 heran, doch mit vier Treffern in Folge zum 9:4 sorgten die Gastgeber bereits nach 13 Minuten für klare Verhältnisse.

Trainer Korn hatte mit einer offensiven 5:1-Abwehr begonnen, die sich aber als ebenso ineffektiv erwies wie das 6:0-System. Erst als Vanja Babler vorgezogen in einer defensiveren 5:1-Variante agierte, bekam das Abwehrspiel der SG etwas mehr Struktur. Dennoch bauten die Waiblinger ihren Vorsprung bis zur 21. Minute beim 15:5 auf zehn Tore aus. Mit drei Toren in Folge verkürzten die Gäste kurz vor der Halbzeit von 6:18 auf 9:18.

Doch nach dem Wiederanpfiff dauerte es sieben Minuten, bis Thorsten Brock endlich den ersten Treffer für die SG Bottwartal in der zweiten Hälfte zum 10:24 erzielte. Selbst in Unterzahl kamen die VfL-Akteure dann aber zum 25:10 und bauten die Führung ohne Mühe bis zur 56. Minute beim 35:15 auf 20 Tore aus. Der SG Bottwartal gelang es nicht einmal, zwei Sekunden vor Schluss den vom Hallensprecher geforderten 40. Treffer des Tabellenführers zu verhindern. „Für die nächste Saison muss sich personell bei uns einiges tun“, meinte SG-Coach Korn.

SG Bottwartal: Tolic, Hoffmann – Kurz (2), Jelinic (3), Frank (1), Käfer (1), Vieler (3/3), Müller (3/2), Babler, Kandziora, Brock (3), Koch (1), Stettner (1).