Marbacher Zeitung: Trainieren mit Profis lautet das Motto

Veröffentlicht am von Andreas Stütz.
Tipps vom Profi: Trainerfuchs Kurt Reusch (rechts) zeigt dem Handball-Nachwuchs, wo es langgeht.
(Foto:Avanti)

 

Die Premiere des Handball-Ostercamps der SG Bottwartal ist perfekt gelungen. Sowohl die jungen Nachwuchssportler, als auch die geladenen Trainer und Betreuer sind durchweg begeistert gewesen.
 

 

 

Die Liste der Handball-Trainer des ersten Ostercamps der SG Bottwartal liest sich wie das Who is Who der Handballszene: Marielle Bohm, Silke Meier, Armin Emrich, Kurt Reusch, Heiko Karrer, Nico Kiener, Miriam Bohm, Annie Koch und Klaus Hüppchen – alles aktuelle und ehemalige Bundesliga-Akteure, Landes- oder Nationaltrainer. Das Camp-Motto „Trainieren mit Profis“ war in Beilstein dementsprechend drei Tage lang Programm und hat nicht nur die 119 weiblichen und männlichen E- bis B-Jugendlichen aus ganz Württemberg, sondern auch deren Coaches und Betreuer, sowie die gesamte Riege der hochkarätigen Übungsleiter voll und ganz überzeugt.

„Zumachen die Deckung, sonst ist die Nase blau und nicht die Füße anheben beim Schlag, sonst kommt nur Pudding dabei raus“, erklärte Boxtrainer Karl-Heinz Korn am Mittwochmittag gerade sieben Mädchen und acht Jungen im D-Jugendalter im Vereinszimmer der Beilsteiner Langhanshalle. Boxtraining, richtig! Und nicht Handballtraining stand für die Kinder und Jugendlichen mit dieser Trainingseinheit auf dem Programm. Ostercamp-Organisator Edwin Gahai hat sich für die Nachwuchshandballer weit mehr einfallen lassen, als „nur“ mit erstklassigen Trainern aufzuwarten. Interdisziplinär, also fachübergreifend, ging es in Beilstein drei Tage lang auch zu. „Mir war der Blick über den Handball-Tellerrand wichtig, weil man aus anderen Sportarten in Sachen Athletik, Koordination und Sprungkrafttraining auch Honig saugen kann“, erläuterte Edwin Gahai. Neben Box- und Karate-Einheiten, absolvierten deshalb auch alle Campteilnehmer ein Volleyballtraining mit Bezirkskadertrainer Stefan Krejci.

Die zehnjährige Dewi Paulina Pickenhagen hat gerade ein dickes Lob für ihre Links-Rechts-Kombination von Boxtrainer Korn erhalten und streift sich ihre Handschuhe ab. Das ungewöhnliche Training findet sie super und den fachübergreifenden Nutzen hat auch sie sofort erkannt: „Auch beim Handball braucht man die Kraft, man muss genauso beweglich sein und schnell reagieren“, weiß sie.

Mit welcher Begeisterung die vielen Teilnehmer bei der Sache sind, wird auch in der Sporthalle klar. Dort herrscht ein buntes Treiben – ebenso wie auf der Tribüne. „Die Aufenthaltsräume werden so gut wie gar nicht genutzt, weil die Kinder und Jugendlichen in ihren Pausen lieber den anderen beim Training zusehen“, erklärt Edwin Gahai. Das tun übrigens auch die mitgereisten Betreuer und die Trainer der SG Bottwartal, wann immer sie Zeit dafür haben. Jugendtrainer Robert Rosien von der Spvgg Aidlingen zum Beispiel, der täglich 60 Kilometer einfache Fahrtstrecke mit seinen zwei Jungs der E- und D-Jugend auf sich nimmt, um ihnen die Teilnahme am Ostercamp zu ermöglichen, hat sogar extra drei Tage Urlaub genommen. „Ich kann hier sehr viel lernen. Die SG verdient großes Lob für die tolle Organisation“, sagt Robert Rosien. Das Lob von allen Seiten macht deutlich – das Ostercamp kann im nächsten Jahr getrost in die nächste Runde gehen. Dieser Ansicht ist auch A-Lizenz-Trainer Armin Emrich A-Lizenz, der bereits die deutsche Frauen – und auch die Männernationalmannschaft trainiert hat und selbst ehemaliger Nationalspieler ist. „Die SG wäre ein Unterlassungssünder, wenn sie das Camp nicht wiederholen“.

Von Tanja Schaaf