Bezirksjugend des Handballbezirks zu Gast unter dem Langhans

Veröffentlicht am von Thomas Bossert.

Für über 500 Kinder und 100 Betreuer ist die SG Bottwartal für ein Wochenende im Juli die zweite Heimat. Nach einer tollen Veranstaltung im vergangenen Jahr wurde die SG Bottwartal in diesem Jahr wieder mit der Durchführung des Bezirksspielfestes beauftragt. Eine große Ehre aber auch eine enorme Aufgabe für die junge SG. Erstmals nimmt mit der SG Abstatt-Untergruppenbach-Schozach ein Teilnehmer eines anderen Handballbezirks teil.

500 Teilnehmer, ca. 300 Besucher, über 200 Arbeitsschichten, 1.800 Mahlzeiten und jede Menge Arbeit im Vorfeld, das sind die harten Fakten des Bezirksspielfestes. Aber das steht laut Mitorganisator Michael Gramsch gar nicht so im Vordergrund, das „Spielfest bietet allen auch jede Menge Spaß und schweißt einen Verein richtig zusammen. Wenn man im Nachgang mit vielen spricht, sind alle immer begeistert, wie man das alles zusammen geschafft hat.“ Eine andere Sichtweise zeigt wie wichtig eine solche Veranstaltung für die Außendarstellung der Spielgemeinschaft ist. „Zwei Tage Jugendhandball auf dem Sportgelände in Beilstein, malerisch gelegen unter den Weinbergen und im Schatten des Langhans, das ist die andere romantischere Seite und bleibt bei vielen Teilnehmern positiv in Erinnerung“ lacht Andi Stütz, der die administrativen Dinge abwickelt und dadurch die Fäden im Hintergrund spinnt.

Als die Bezirksbeauftragte für das Bezirksspielfest, Barbara Boschen, telefonisch über den Zuschlag informierte, war die Freude bei den Verantwortlichen enorm groß. Edwin Gahai, Chef der Jugend der SG, meinte, „eine große Aufgabe, bei der wir auf alle Hände der SG angewiesen sind.“ Kurz nach der Bekanntgabe lief die Maschinerie der Planung schon voll an. „Es ist sehr gut, dass wir auf einen reichhaltigen Erfahrungsschatz zurückgreifen können, denn der TGV war im alten Bezirk Heilbronn-Franken schon über 10 mal Ausrichter dieser Veranstaltung“ ist SG Vorstand Großhans froh und sieht in der Ausrichtung keine größeren Probleme.

Vielen stellt sich die Frage, was ist das Bezirkspielfest? Andreas Gramsch, der schon als E- und D-Jugendspieler, später als Jugendtrainer, Jugendleiter, Abteilungsleiter und als Organisator bei vielen Spielfesten teilgenommen hat, kann diese Frage locker beantworten. „Das Bezirksspielfest ist mehr als Handball. Handball spielt zwar eine gewichtige Rolle. Neben dem Handball messen die Mannschaften ihre Kräfte, Fähigkeiten und Wissen in Leichtathletikwettbewerben, Geschicklichkeitsspielen, in einem Quiz und beim Sängerwettstreit. Am Sonntagmorgen findet eine Andacht auf dem Sportplatz statt. Auch das hat Tradition. Selbstverständlich spielt auch das Zelten eine große Rolle bei den Kids. Das ist für viele ein echtes Erlebnis.“ Der Sieger wird aus den einzelnen Wettbewerben errechnet, das bedeutet, dass nicht unbedingt die beste Handballmannschaft auch den Sieg nach den zwei Tagen holt. Beginnen wird das Spektakel am Samstag 14. Juli gegen 12:00 Uhr mit dem traditionellen Einlaufen und Vorstellen der Mannschaften.

Ballweitwurf, 50-Meter-Lauf und Weitsprung sind die drei Leichtathletikdisziplinen. Alles wichtige Bestandteile des modernen Handballs und Grundlagen für gute Spieler und Spielerinnen. Dass Handballer auch geschickt sein müssen, können die E- und D-Jugendlichen bei den drei Geschicklichkeitsspielen unter Beweis stellen. Die Betreuer müssen ebenso ihre Geschicklichkeit unter Beweis stellen, denn für sie ist ein extra Spiel vorbereitet. „In Beilstein war immer ein Geschicklichkeitsspiel Pflicht“, schmunzelt die Mitorganisatorin Lena Waldenberger, Chefin des KidsClubs. „Wenn man jedes Jahr den Buttenlauf auf dem Weinbergfest erlebt, liegt die Sache doch nahe, dass wir so etwas auch machen werden. Und die Kids habe da richtig Spaß. Allerdings haben wir das im letzten Jahr schon einmal gemacht. Daher müssen wir uns was anderes überlegen. Aber wir vom KidsClub sind da schon in den Überlegungen. Es wird auf Kraft, Grips und Geschicklichkeit ankommen.“ Die Spiele sowie das Betreuerspiel sind aber geheim und bleiben unter Verschluss.

Dass der Handballnachwuchs nicht auf den Kopf gefallen ist und eine gute Allgemeinbildung benötigt, können die Buben und Mädchen beim Quiz beweisen. Am Samstagabend kommt dann das heimliche Highlight: der Sängerwettstreit. Aufgeteilt in vier Gruppen geben die Kinder mit einem Liedvortrag oder Sketch ihr Bestes. „Es ist immer sehr schön anzusehen, wie sich die Kinder den ganzen Tag auf die Auftritte vorbereiten. Zwischen Abendessen und Sängerwettstreit finden dann in den Zelten oder auf dem Sportgelände die Generalproben statt. Ein herrlicher Anblick mit wie viel Eifer die Kinder bei der Sache sind. Lustige Lieder mit Verkleidung, spassige Sketche mit richtigen Kulissen und wirklich viel Herzblut wird geboten“, so Vorstand Gramsch. Die Jury wird aus Gronauer und Beilsteiner Vereins- und Gemeindeprominenz bestehen. „Im Zuge von Deutschland sucht den Superstar nehmen wir unseren Jurorenjob sehr ernst. Das Gesamtpaket ist das Wichtigste“, schmunzelt Jurymitglied Jörg Bauer. „Ich freue mich riesig auf die Aufgabe und bin sehr gespannt auf die Auftritte“, ergänzt das TSV Mitglied Elke Gahai. Gegen 23:30 Uhr folgt der große Zapfenstreich und langsam aber sicher kehrt Ruhe ins Zeltlager ein. Vorher können die Kinder noch in der KidsDisco abtanzen.

Am Samstagmittag und am Sonntag finden die einzelnen Handballspiele auf den Rasenspielfeldern im Langhansstadion statt. Da kann man den Spitzenhandballern von Morgen beim Wetteifern zuschauen. Wer sich so einbringt muss auch ordentlich verpflegt werden. Auch hier kann die SG auf einen langjährigen Erfahrungsschatz zurückgreifen. Mit Inge Gramsch und Ula Vogel ist die Küche fest in weiblicher Hand. „Manchmal ist es schon stressig aber es macht auch viel Spaß die ganzen Mäuler zu stopfen. Und wenn dann die Kinder und Betreuer Nachschlag holen, ist das ein tolles Gefühl und ein großes Dankeschön“, so die beiden Küchenfeen unisono. Bei der Verpflegung der Teilnehmer können die beiden Chefköchinnen auf eine ganze Armada an erfahrenen Helferinnen zurückgreifen.

Aber nicht nur die Teilnehmer müssen verköstigt werden. Viele Eltern, Geschwister, Omas und Opas besuchen die Nachwuchshandballer an diesen beiden Tagen. Auch die müssen verpflegt werden. Dafür sorgen die vielen aktiven und passiven Handballerinnen und Handballer mit einem reichhaltigen Angebot an Essen und Getränken auf dem Sportplatz. Am Samstagabend, nach getaner Arbeit der Betreuerinnen und Betreuer, findet ein kleines Fest statt. Locker und gemütlich soll es sein. „Selbstverständlich sind Gäste das ganze Wochenende herzlich willkommen“, so der Gastromann Jochen Vogel. Dann haben auch die vielen Organisatoren Zeit sich hinzusetzten und dem Treiben zuzuschauen, bevor dann am Sonntagmorgen um 5 Uhr die ersten Schichten beginnen – Waschräume putzen, Frühstück vorbereiten, Sportplatz abstreuen, denn eines ist gewiss: Die Kinder sind bereit für den zweiten Tag, auch wenn viele die Nacht kaum geschlafen haben. Auf jeden Fall haben die Teilnehmer einen perfekten zweiten Tag verdient, das ist der Anspruch der SG an sich selbst.