Herren 1: Neckarsulm erst nach 70 Minuten unterlegen – Packender Pokalfight zum Saisonauftakt – Trainingslager gibt letzten Schliff – Souveräner Abschluss beim Pokalspiel in Aldingen.

Veröffentlicht am von Bernhard Rode.

Die 300 Zuschauer in der Beilsteiner Langhanshalle hatten sich von Ihren Plätzen erhoben und applaudierten beiden Mannschaften, die sich gemeinsam für die Unterstützung während des Spiels bedankten. In den 70 Spielminuten zuvor ging es weit weniger freundschaftlich zu, die beiden Teams schenkten sich erwartungsgemäß über die gesamte Spieldauer keinen Zentimeter und zur Freude aller Fans konnte die neu formierte Landesligamannnschaft von Trainer Rolf Fischer zum Saisonauftakt eine ansprechende Leistung aufs Beilsteiner Parkett legen. 

Von Beginn an hielt die SG um Spielmacher Dennis Saur prächtig mit und es entwickelte sich ein kämpferisch wie spielerisch ansehnliches Spiel zweier gleichwertiger Mannschaften. Bis zur Halbzeit konnte sich keine der beiden Mannschaften einen Vorsprung erarbeiten, der nicht postwendend ausgeglichen werden konnte. Nach der Pause griffen im Bottwartäler Angriffsspiel – angetrieben vom unfassbar ballsicheren Markus Rossmeier und Spielgestalter Dennis Saur – die Räder immer besser ineinander und auch die Abwehr bekam den Neckarsulmer Angriff immer besser in den Griff, besonders „Wurfkuh“ Lars Neuffer und den wendigen Henning Tittel  galt es auszuschalten, konnten doch eben diese ihr Team in Halbzeit eins immer wieder mit einfachen Toren im Spiel halten.

 

Mitte der zweiten Spielhälfte bog dann die SG auf die Siegerstraße ein und es roch lange Zeit nach einem Derbysieg für die Fischer-Truppe, jedoch fehlte in der hitzigen Schlussphase das letzte bisschen Coolness um den Sieg über die Zeit zu bringen: Unnötige Zeitstrafen, Pech im Abschluss und die tiefenentspannt zu Ende gespielten Angriffe der routinierten Audistädter schrieben nach 60 Minuten ein 30:30 Unentschieden auf die Anzeigetafel.

 

In der Verlängerung setzte sich das Bild aus der Schlussphase der regulären Spielzeit fort und mit der NSU gewann am Ende die erfahrenere, cleverere Mannschaft, wobei das eigentlich erfreuliche aus SG-Sicht sicher die vergleichbar gute Spielanlage beider Mannschaften war, zählt Neckarsulm doch zum erweiterten Favoritenkreis der Württembergliga.

 

„Ich bin mit meiner Mannschaft sehr zufrieden, wir haben ein knappes Spiel unglücklich verloren, dennoch freue ich mich über das hohe Leistungsniveau meiner Mannschaft. Jetzt gilt es im Trainingslager bis Rundenbeginn in einer Woche die Fehler aus dem heutigen Spiel aufzuarbeiten und die Feinjustage in Angriff und Abwehr vorzunehmen“, zeigte sich Rolf Fischer nach 70 packenden Pokalminuten frohen Mutes.

 

Nach dem erfreulichen Saisonstart am Freitag ging es bereits am Samstagvormittag mit dem Trainingslager als spielerisch-taktische Endverarbeitung der Saisonvorbereitung los. Nach 5 Trainingseinheiten in 2 Tagen inklusive exzessivem Daumenmuskeltraining an der PlayStation stand am gestrigen Sonntagabend mit dem Bezirkspokalspiel in Aldingen ein letzter Härtetest auf dem Programm.

 

Im Remsecker Stadtteil traf man auf die von Hardy Sauer trainierte Mannschaft aus der Bezirksklasse, die es ernst zu nehmen und klar zu besiegen galt. Zu Beginn hatten die Fischer Schützlinge weniger Probleme mit der Favoritenrolle als vielmehr mit den aufgrund der Vortage schweren Beinen und dem suboptimal hart aufgepumpten Spielgerät. In der Abwehr stand man sicher, Torhüter Heiko Günther zeigte seinen Vorderleuten und Trainern, dass er trotz qualitativ und quantitativ starker Konkurrenz nicht im Traum daran denkt, über seinen Platz im SG-Tor zu diskutieren, nur im Angriff testete man eher die Statik der eigentlich wenig marode wirkenden Hallenrückwand, als die Reflexe des Aldinger Schlussmanns.

 

Als nach 16 Minuten beim Stand von 3:3 der Hausmeister des BMA Remseck gegen den andauernden Beschuss seiner geliebten Ziegelwand und die damit einhergehenden Harzflecken intervenierte sahen sich Artillerieoberst Saur und seine Kollegen gezwungen, ihre Materialversuche auf das Handballtor zu beschränken und keine 8 Minuten später zeigte die Anzeigetafel einen mit 3:11 eher standesgemäßen Spielstand.

 

Mit der nötigen Konzentration und einer für ein Trainingslager-Abschlussspiel erfreulich spielfreudigen Leistung wurde das Spiel mit 17:33 nach Hause gefahren, wobei der Respekt an die engagierten und stets fairen Gastgeber an dieser Stelle unmöglich fehlen darf.

 

Um den Preis für das Tor des Tages stritten sich Tom Kircher, der einen Kempa-Pass von Dennis Saur mustergültig im Tor unterbrachte, Damir Marjanovic, der gegen seine für den kommenden Angriff angedachte Auswechslung mit den Worten „Einen noch, bitte!“ und einer aus 15 m Torentfernung quasi mit Ansage abgefeuerten Rakete protestierte und Markus Rossmeier, der für sein nicht unfreiwillig durch die Beine abgeschlossenes Kontertor den Tagessieg mit nach Feuerbach nahm. Angesichts des von ihm festgelegten Preises (1 Cola-Bier-Mischgetränk) dürfte sich die Enttäuschung bei Kircher und Marjanovic jedoch in Grenzen gehalten haben.

 

Bereits heute beginnt mit dem lockeren Aufgalopp unter der Leitung von Fitnesscoach Andi Eppinger die finale Trainingswoche, ehe am kommenden Samstag der TSB Horkheim 2 zum Landesligaauftakt nach Beilstein kommt.