Handball Bundesliga unterm Langhans 2014: 25. Saison in der 1. Bundesliga – TuS N-Lübbecke im Blickfeld…

Veröffentlicht am von Ilka Korn.

Handball Bundesliga unterm Langhans 2014: 25. Saison in der 1. Bundesliga – TuS N-Lübbecke im Blickfeld…

Ilka Korn (SGB)

Erstmals spielt der TuS N-Lübbecke unter Trainer Dirk Beuchler am 29. Juli 2014 in der Beilsteiner Langhanshalle. Hier ein Kurzporträt des Traditionsvereins aus Ostwestfalen, der in diesem Jahr seine 25. Bundesligasaison absolviert…

Bereits 1949 spielte der 1912 gegründete TuS Nettelstedt in der damals höchsten Feldhandball-Spielklasse, verschwand dann allerdings einige Jahre in der Versenkung. 1970 begann dann die legendäre und bislang im deutschen Profisport einmalige Aufstiegsserie von der Kreis- bis in die Bundesliga. Der TuS marschierte innerhalb von sechs Jahren in die Bundesliga durch und wurde zusätzlich 1975 deutscher Vizemeister im Feldhandball.
1981 holte der TuS sowohl den DHB-Pokal als auch den Europapokal der Pokalsieger. Nach dem Abstieg in die zweite Liga im Jahr 1983 war der Höhenflug des Klubs erst einmal beendet. Elf Jahre mussten sich die Lübbecker mit Zweitligahandball zufrieden geben. Erst 1994 gelang dank des Engagements neuer Sponsoren der Wiederaufstieg. Namhafte Spieler wie Bogdan Wenta, Talant Dujshebaev, Gennadij Chalepo, Sven Lakenmacher und der heutige TuS-Coach Dirk Beuchler heuerten beim TuS an. Eine zweite Erfolgswelle folgte mit dem 4. Platz (1996), dem Gewinn des europäischen City-Cups 1997 und 1998 (heute EHF-Pokal) und 1999 das Halbfinale in diesem Wettbewerb. Der Erfolg bewahrte den TuS nicht vor einer finanziellen Schieflage. Zur Jahrtausendwende folgte dann der wirtschaftliche Zusammenbruch. Der Tiefpunkt in der Vereinshistorie: Die Steuerfahndung marschierte beim TuS ein, die damalige Spielbetriebsgesellschaft musste Insolvenz anmelden und am Ende der Saison 2000/2001 stand der Abstieg in die zweite Liga.

Dann der Umbruch: Unter Federführung des Espelkamper Unternehmers Paul Gauselmann (Merkur-Spielothek) wurde der TuS neu aufgestellt und startet seitdem offiziell unter dem Namen „TuS N-Lübbecke“, wobei das „N“ für Nettelstedt steht. Seitdem steht der TuS auch für wirtschaftliche Seriosität. Sportlich gelang nicht alles auf Anhieb. Zwar stieg der TuS 2002 sofort wieder auf, musste aber direkt wieder zurück in das „Unterhaus“. Mit neuen sportlichen Verantwortlichen marschierte der TuS 2003/2004 mit 68:0 Punkten durch die zweite Liga Nord und hielt sich bis 2008 in der Bundesliga, aus der sich Nettelstedt verabschiedete. Mit einer erstligareifen Mannschaft um Nikola Blazicko, Michal Jurecki und Artur Siodmiak dominierte der TuS die Nordstaffel der 2. Liga erneut.
Seitdem hat sich der TuS Nettelstedt-Lübbecke in der Bundesliga etabliert. 2010 und 2012 zog der TuS ins sogenannte „Final-Four“ des DHB-Pokals in Hamburg ein. Seit Sommer 2013 hat Dirk Beuchler das Traineramt inne. Er wechselte vom TBV Lemgo zu dem Klub, für den er zwischen 1996 und 2001 insgesamt 189 Erstligaeinsätze absolvierte und somit lange dessen Rekordspieler war. Dirk setzt zukünftig vermehrt auf junge deutsche Talente. Mit der Verpflichtung von Max Schubert, Ramon Tauabo, Malte Semisch und Garbor Langhans wurde 2013 der Anfang dieses Weges beschritten.
Das Konzept wurde auch zur Saison 2014/2015 konsequent fortgesetzt. Mit Niclas Pieczkowski, Christian Klimek und dem 4-fachen Nationalspieler Christian Dissinger, der bereits die letzten Partien der Saison 2013/2014 für die Rot-Schwarzen bestritten hatte, kamen erneut junge Spieler in das stärkste „Dorf“ im Land.

Zugänge 2014/15
• Christian Klimek (TSG Ludwigshafen-Friesenheim)
• Niclas Pieczkowski (TuSEM Essen)
• Richard Wöss (Bergischer HC)
• Christian Dissinger (Verletzungspause)

Abgänge 2014/15
• Mattias Gustafsson (Ricoh Handboll)
• Dennis Wilke (HBW Balingen-Weilstetten)
• Paweł Niewrzawa (KS Górnik Zabrze)
• Arne Niemeyer (GWD Minden)

TuS N-Lübbecke Kader

Bildnachweis: Foto Pescht, Composing TwoTypes.de

 

Größte Erfolge:
• Deutscher Pokalsieger: 1981
• Europapokal der Pokalsieger: 1981
• Euro City-Cup: 1997 + 1998
• Erstligaaufstieg ohne Punktverlust 2003 / 2004
• Teilnahme Final Four (DHB-Pokal-Endrunde): 2010 + 2012