Jugend: Weibliche A Jugend „Auf zu neuen Ufern…“

Veröffentlicht am von Ilka Korn.

So könnte man das Abendteuer, das für die weibliche A Jugend am 26. April beginnt bezeichnen. Als erste Mannschaft des Schozach-Bottwartals wollen die Mädels der SG Schozach-Bottwartal das Wagnis Jugendbundesliga angehen. Über die Qualifikation zur Baden-Württemberg Oberliga (BWOL) wollen die Spielerinnen um Trainer Michael Stettner versuchen sich für die Jugendbundesliga zu qualifizieren. Der Grundstein für dieses Abendteuer wurde in der C und B Jugend gelegt, dort gelang es der SG ABSUBASCHO württembergischer Meister zu werden und sich für die höchste Spielklasse Baden-Württembergs zu qualifizieren. Somit hat die A Jugend die notwendigen Rankingpunkte erspielt, um sich nun für die Jugendbundesliga zu qualifizieren.

Am 26. April 2015 startet das Projekt Bundesliga mit dem ersten Qualifikationsspieltag für die BWOL. Gegner werden der Bundesliganachwuchs von Frisch Auf! Göppingen sein sowie die Mannschaften aus Heiningen und Schwaikheim. Schon hier treffen die SGSB Mädels auf drei extrem schwere Gegner. In der vermeintlich zweiten Gruppe, die in Großbottwar spielt messen sich die HABO, Herrenberg, Nellingen und Hohenacker. Das erste Ziel muss sein, in dieser Gruppe Platz 1 oder 2 zu erreichen, da dieser für die weitere Qualifikation zur Jugendbundesliga berechtigt. 3 Plätze stehen dem HVW für die Jugendbundesliga zur Verfügung. Neben der SGSB haben für die Qualifikation Jugendbundesliga noch die Teams aus Göppingen, Nellingen und Herrenberg gemeldet. Somit muss am 03. Mai dann eine Rangliste für die Bundesligaquali erspielt werden. Die besten drei Teams messen sich dann mit den Vertretern aus Bayer, Nordbaden, Baden und Württemberg um die zur Verfügung stehen Bundesligaplätze. Sollte das Projekt erfolgreich sein, spielen die SGSB Mädels dann in einer der sechs Vierergruppen, die national eingeteilt werden.

SGSB sprach mit Trainer Michael Stettner über das Projekt Jugendbundesliga

SGSB: Hallo Michael. Du hast ja deine handballerische Karriere sowohl als Spieler, als auch als Trainer beim TGV Beilstein begonnen und dann bei der SG ABSUBASCHO deine Trainerkarriere fortgesetzt. Wie waren deine ersten Reaktionen auf den Zusammenschluss der beiden Spielgemeinschaften SG Bottwartal und SG ABSUBASCHO?

Michael Stettner: Als ich davon gehört habe war ich zuerst überrascht, dann erfreut. Die Strukturen, welche sich die SG Bottwartal in den vergangenen Jahren geschaffen hat, sind sicherlich sehr hilfreich für meine Mannschaft, aber natürlich auch für die Gesamtsituation der beiden Vereine. Auf lange Sicht sowieso die einzig richtige Entscheidung die getroffen wurde.

SGSB: Nach der Württembergischen Meisterschaft in der C Jugend hast du die Mannschaft in der B Jugend übernommen. In der abgelaufenen Saison habt ihr den 4. Platz in der BWOL erreicht. Wie hat sich die Mannschaft seit deiner Übernahme entwickelt?

Michael Stettner: Übernommen habe ich die Mannschaft im November 2013. Damals Stand man mit 0:8 Punkten am Ende der Tabelle und etwas angeschlagen nach dem Gewinn der Württembergischen Meisterschaft in der C-Jugend. Bekannt war mir die Mannschaft lediglich aus eben diesem Finale. Wenn man die Entwicklung betrachtet, haben wir denke ich vor allem bei Umschaltspiel, 1.Welle + 2. Welle enorme Fortschritte gemacht. Aber auch eine zweite Abwehrformation haben die Mädels ziemlich schnell auf hohem Niveau umsetzen können.

SGSB: Ein großes Problem der vergangenen Runden war immer die Spielerdecke, die sehr knapp bemessen war. Nun hast du insgesamt 5 neue Spielerinnen im Kader, die alle samt schon Trainingseinheiten abgewickelt haben. Wie haben sich die 5 Neulingen in die Mannschaft integriert?

Michael Stettner: Da sind wir gerade dabei. Anna Rehm hat schon Ende der letzte Saison angefangen mitzutrainieren. Carolin Frielitz hat sich zu Beginn der Vorbereitung leider am Knie verletzt und kann vermutlich erst nächste Woche voll ins Training einsteigen. Sophia Müller, Danielle Pantle und Isabel Mangold haben sich glücklicherweise vor kurzem ebenfalls entschieden zu uns zu wechseln. Wir hatten noch nicht allzu viele Trainingseinheiten Zeit, werden das aber nachholen. Es wird sicherlich noch die eine oder andere zusätzliche Trainingseinheit eingeschoben werden um die drei so schnell wie möglich zu integrieren. Menschlich hatte ich überhaupt keine bedenken. Die Mannschaft hat bisher jede Spielerin toll aufgenommen. Alle ziehen an einem Strang um die sportlichen Ziele zu erreichen. Das ist auch enorm wichtig und gut so. Alleine das Training hat eine ganz andere Qualität. Jeder will natürlich spielen. Seither hat sich die Mannschaft mit ein, zwei Ausnahmen von alleine aufgestellt. Jetzt muss sich jeder beweisen und es ist richtig Feuer drin bei den Übungen. Ich bin stolz auf die Spielerinnen, die schon länger dabei sind, das Sie genau die richtige Reaktion gezeigt haben und die der sportliche Erfolg über allem steht.

SGSB: Mit Isabell Mangold und Sophia Müller kamen zwei Eigengewächse aus Gronau und Beilstein von der HABO zurück. Aufgesprungen ist dann noch Danielle Pantle, die ebenfalls für die HABO die Turnschuhe geschnürt hatte. Freut es dich besonders, dass es gelungen ist, dass eigene Spielerinnen wieder zurückgekommen sind? Kannst du die drei Mädels sportlich wie menschlich beschreiben.

Michael Stettner: Natürlich ist es immer schön Eigengewächse zu überzeugen wieder in Ihre sportliche Heimat zurückzukehren. Ich denke da geht es vielen Vereinen so. Wenn man schaut wer hilft der Mannschaft weiter und man hat die Option zwischen mehreren Spielerinnen auf gleichen Niveau, wählt man als Option A das Eigengewächs. Menschlich passen alle drei wie gesagt toll rein. Einige kannten sich auch schon von der Schule oder vom Auswahltraining. Auch sportlich ergeben sich jetzt natürlich andere Möglichkeiten. Seither durfte sich nicht wirklich jemand der Leistungsträgerinnen verletzten, gerade im Rückraum. Da hatte man schon wenig Optionen. Jetzt kann sich jede Spielerin verausgaben und wir haben Alternativen zum wechseln, ohne Qualitätsverlust. Das braucht man einfach ab einer gewissen Spielklasse. Auch die unterschiedlichen Fähigkeiten machen alle drei wichtig. Sophia ist unheimlich dynamisch mit Drang zum Tor und hat ein tolles Auge. Sie wird uns sehr helfen. Danielle kann mit Ihrer Größe und Wurfkraft genau wie Isabel für einfache Tore aus dem Rückraum sorgen. Diese Fähigkeit hatte seither lediglich Annika bei uns. Isabel kann beide Halbpositionen spielen. Danielle ist zudem noch eine Option für LA. Ich bin mit allen dreien sehr zufrieden aus den ersten Eindrücken.

SGSB: Mit Carolin Frielitz verstärkt sich dein Kader auch auf der Torhüterposition. Carolin hat bisher bei der HSG Oberer Neckar Handball gespielt. Carolin war zu Anfang etwas skeptisch, da es zum einen eine ordentliche Wegstrecke ist und Sie sich nicht so recht vorstellen konnte auf diesem Niveau zu spielen. Carolin hat auch von der Weitsicht der HSG Oberer Neckar profitiert, die Ihr keine Steine in den Weg gelegt haben, um die Entwicklung von Carolin zu fördern. Ist Carolin mittlerweile angekommen und wie präsentiert sich die neue Torhüterin?

Michael Stettner: Man hat im ersten Training sofort gemerkt, das Sie super Anlagen besitzt. Die Größe stimmt auch. Sie hat einfach eine andere Art des Torhüterspiels als Samira Antl und Vanessa Amon und genau deshalb wollte ich Sie auch haben. Dirk Bellon und Steffen Sotzny waren ebenfalls schon beim Torwart Camp der SG sehr von Ihren Leistungen dort angetan. Mit Ihr haben wir einfach eine Option mehr und ebenfalls einen gesunden Konkurrenzkampf. Das wird nicht nur die 3 Torhüterinnen individuell verbessern, sondern auch der Mannschaft weiterhelfen. Leider hat Sie sich gleich zu Beginn der Vorbereitung am Knie verletzt. Ich hoffe Sie kann ab nächster Woche wieder ins Training einsteigen und wird rechtzeitig zur ersten Qualirunde fit.

SGSB: Mit Anna Rehm wechselt eine weitere Spielerin aus der Region zur SGSB. Anna hat beim TV Flein in der Württembergliga gespielt. Wo wird Anna auf dem Spielfeld auftauchen und was sind Ihre Stärken?
Michael Stettner: Anna hat im Probetraining einen tollen Eindruck hinterlassen und wollte zu uns um sich noch besser entwickeln zu können. Sie ist sehr ballsicher und konterstark, wird hauptsächlich auf LA eingesetzt werden. Außerdem ist Sie mit Annika Gröger eng befreundet, was uns vermutlich ebenfalls mit in die Karten spielte. Anna muss jetzt noch die körperliche Härte im Training und Spiel annehmen, aber da habe ich überhaupt keine Bedenken. Auch Sie wird uns helfen und ich freue mich, dass Sie sich für uns entschieden hat.

SGSB: Dein Kader ist ja gespickt mit positiven Ausnahmen. So spielen mit Lena Fischer, Janina Amon und Katharina Dietz drei Spielerinnen mit, die eigentlich noch B Jugend spielen dürfen. Alle drei haben eine Doppelbelastung, da sich auch bei der B Jugend zum Einsatz kommen sollen, die übrigens auch BWOL Quali spielt. Zum einen kann die Doppelbelastung natürlich kontraproduktiv sein, zum anderen erhalten die drei enorm viel Spielpraxis. Zudem ist eine top B Jugend auch wieder ein Erfolgsgarant. Wie gehst du mit dieser Situation um? Gibt es klare Regeln?

Michael Stettner: Lena wird wegen Ihrer aktuellen Kniebeschwerden lediglich A-Jugend spielen. Bei Janina und Katharina ist es abgesprochen, das B-Jugend bei Überschneidungen im Training uns Spiel Priorität hat. Natürlich will ich beide am liebsten in jedem Training und Spiel dabei haben. Hut ab vor deren Leistung in Ihrem Alter. Sie spielen jetzt das 3. oder 4. Jahr bereits mit Doppelbelastung. Im Spiel merkt man aber lediglich auf dem Spielbericht den Altersunterschied. Das ist wirklich Wahnsinn. Vor allem bei Janina, die letztes Jahr noch C-Jugend gespielt hat und sich jetzt als Jahrgang 2000 mit Jahrgang 97/98-er Auswahl- und Nationalspielerinnen misst. Wegen der Doppelbelastungen mache ich mir ehrlich gesagt weniger Sorgen. Letzte Saison war das noch mehr ein Thema, diese Saison können wir das besser kompensieren.

SGSB: Selina Kalmbach spielt sogar schon in der 2. Damenbundesliga bei der Neckarsulmer Sportunion. Bei Ihr kommen zu den sportlichen Belastungen auch noch die Reisestrapazen dazu. Werden die Spielpläne der 2. Liga Damen in der Planung mit berücksichtigt?
Michael Stettner: Das hat bereits letzte Saison sehr gut geklappt. Natürlich stimmen sich Selina und ich jede Woche aufs neue ab bezüglich Trainingstage, Spiele am Wochenende, etc.. Auch Ihre Eltern helfen hier wo Sie können mit. Ich denke wir treffen da alle zusammen gute Entscheidungen und Kompromisse. Man darf nicht vergessen das Sie trotz Ihres Alters Vertragsspielerin dort ist und Pflichten hat. Aber wir hatten Sie bei allen Spielen der letzten Runde mit an Bord und hoffen natürlich, das beim Staffeltag dieses Kunststück wiederholt werden kann. Sie ist die absolute Führungsspielerin der Mannschaft und spielt bzw. trainiert auf einem unglaublichen Niveau. Nicht nur physisch, sondern auch mental und ist aus der Mannschaft nicht weg zu denken.

SGSB: Günter Rupp wird ab dieser Saison dich als Betreuer unterstützen. Was sind Günes Aufgaben bzw. wo und wie ergänzt ihr euch? Güne zählt zu den ruhigeren Vertretern der Branche. Hilf dir das grundsätzlich weiter sozusagen als ruhender Pol auf der Bank?
Michael Stettner: Es ist erst mal toll das sich Günter Rupp dazu bereit erklärt hat. Man braucht ja jemanden der eine B-Lizenz besitzt, welche ich zwar noch nicht habe, aber gerade daran arbeite. Es ist zugegeben eine Umstellung. Sabrina war zum Beispiel sehr viel impulsiver als er. Aber bereits nach dem ersten Gespräch war mir klar das ich das gerne mit Ihm zusammen angehen würde nachdem Sabrina kürzer treten musste. Es ist immer gut jemanden dabei zu haben der einem hilft oder den man mal nach seiner Meinung fragen kann. 4 Augen sehen einfach mehr als 2. Ich bin auch froh das sich Steffen Sotzny bereit erklärt hat als TW-Trainer zu fungieren. Er wird zwar vermutlich nicht immer dabei sein können, aber doch ziemlich regelmäßig. Das ist ebenfalls eine enorme Hilfe und da hat er wegen mir komplett freie Hand.

Mit dem bisherigen Kader und den neuen Spielerinnen ist der Kader der weiblichen A Jugend sowohl in der Breite als auch in der Tiefe nahezu optimal besetzt. Dadurch keine Abgänge zu verzeichnen sind, dürfte die Eingewöhnungsphase recht kurz ausfallen. Mannschaft, Trainer, Betreuer und das Umfeld der SG Schozach-Bottwartal sind auf das Abendteuer bestens vorbereitet. Der Countdown läuft und ab dem 26. April 2015 heißt es dann mitfiebern, anfeuern und tollen Handball anschauen.

Kader der SG Schozach-Bottwartal:
Christina Abele (KL)
Janina Amon (RA)
Vanessa Amon (TW)
Samira Antl (TW)
Katharina Dietz (RA/RR)
Maren Dittmann (RR/KL)
Lena Fischer (LA)
Carolin Frielitz (TW)
Annika Gröger (RL/LA)
Franziska Jakob (RR/RA/LA)
Selina Kalmbach (RM/RL)
Larissa Krebs (RA)
Isabel Mangold (RL/RR)
Sophia Müller (RM/RR/RL)
Danielle Pantle (LA/RL)
Anna Rehm (LA)

Handballverband Württemberg
weibl. Jgd A Quali zur Jgd-Bundesliga Gruppe 1 – Sommer 2015
Spielort EWS Arena Göppingen

wJA-Q-1 So, 26.04.15, 12:00h 5023 FA Göppingen – SF Schwaikheim
wJA-Q-1 So, 26.04.15, 12:55h 5023 TSV Heiningen – SG SchoBott
wJA-Q-1 So, 26.04.15, 14:05h 5023 SG SchoBott – SF Schwaikheim
wJA-Q-1 So, 26.04.15, 15:00h 5023 TSV Heiningen – FA Göppingen
wJA-Q-1 So, 26.04.15, 16:10h 5023 FA Göppingen – SG SchoBott
wJA-Q-1 So, 26.04.15, 17:05h 5023 SF Schwaikheim – TSV Heiningen

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