Siegeswille pur in den letzten fünf Minuten

Veröffentlicht am von Andreas Gramsch.

Lars Laucke, Marbacher Zeitung

Die Handballerinnen der SG Schozach-Bottwartal haben die erste Nervenprobe bestanden und sich mit einem 21:20 (10:6)-Erfolg bei der HSG Cannstatt/Münster/Max-Eyth-See (kurz Ca-Mü-Max) Platz zwei in der Landesliga und damit die Teilnahme an der Aufstiegs-Relegation gesichert. Doch bevor das Team von Trainer Michael Stettner jubeln durfte, war Zittern angesagt. Denn nach anfänglich klarer Führung lagen die Gäste in der Schlussphase plötzlich hinten, drehten die Partie im Endspurt aber noch.

Die SG startete trotz des Harzverbots in der Cannstatter Halle sehr gut in die Partie, vor allem die Defensive stand sehr sicher. Erst nach neun Minuten kam die HSG Ca-Mü-Max zu ihrem ersten Treffer. „Insbesondere Dorothee Döffinger hat in der Abwehr eine super Leistung gebracht“, lobt Stettner. Über 5:1 und 8:3 ging es mit einem 10:6 in die Pause. Bis zum 14:10 (40.) hielt der Vier-Tore-Vorsprung, doch innerhalb von vier Minuten glichen die Gastgeberinnen zum 14:14 aus. Fünf Minuten vor Schluss lag die SG sogar mit 17:19 hinten. „Da habe ich gedacht, dass sich jetzt zeigen muss, ob die Mannschaft etwas aus der Niederlage in Flein gelernt hat“, sagt Stettner. Die Antwort lieferten seine Spielerinnen. „Statt aufzugeben haben sie Charakter gezeigt. Kompliment an die gesamte Mannschaft. Das war Siegeswille pur in den letzten fünf Minuten“, freut sich der Coach.

Extrem wichtig war wohl, dass Theresa Müller nach einem zunächst vergebenen Siebenmeter den Abpraller bekam und doch noch das 18:19 erzielte. Kurz darauf handelte sich die HSG eine Zeitstrafe ein, welche die Bottwartälerinnen nutzten, um 20:19 in Führung zu gehen. Am Ende brachte man trotz Unterzahl in der letzten Minute das 21:20 über die Zeit. „Danielle Pantle hat in der Schlussphase aus nicht einfachen Winkeln Verantwortung übernommen und ist dafür belohnt worden. Hut ab, da waren zwei ganz wichtige Würfe dabei. Und Vanessa König hat völlig kalt und ohne eine Minute Einsatzzeit den wichtigen Siebenmeter bei 19:19 eiskalt und sicher verwandelt. Auch das ist keine Selbstverständlichkeit“, verteilt Michael Stettner noch zwei weitere Sonderlobe.

„Ich hätte ja nichts gegen einen gemütlicheren Sonntagnachmittag gehabt. In den letzten 15 Minuten stand die komplette Saison auf dem Spiel, das hat man schon gemerkt. Da aber das Ergebnis stimmt, ist alles okay“, atmet der SG-Trainer durch. „Uns ist aber bewusst, dass wir noch nichts erreicht haben.“ Das soll sich in der Relegation ändern, die mit einem Heimspiel am 5. Mai gegen die HSG Albstadt beginnt.

SG Schozach-Bottwartal:
Szota, Frielitz, Antl – Bieser, Gröger, Döffinger, Kreh, Müller (8/2), Kauth, Kazmaier, Koch (4/2), Pantle (3), Spieth (5), König (1/1).