Aktuell: Neue Handballregeln gültig ab 01.07.2016

Veröffentlicht am von Ilka Korn.

Auch bei den Olympischen Spielen werden die seit 01.07.2016 geltenden neuen Regeln zum Einsatz kommen. Daher frisch aus der Regelheftdruckerei die Änderungen. Wir danken unseren Schiedsrichtern und insbesondere unseren beiden Obmännern Jochen Häfner und Dominik Salles für das Zusammenstellen der Infos.

  1. Blaue Karte

Anstatt wie früher bei einer Disqualifikation den MV’s mitteilen zu müssen, ob diese mit oder ohne Bericht ist, zeigt man ab nächster Saison die blaue Karte hoch. Die Schiedsrichter zeigen zunächst die rote Karte und nach kurzer Rücksprache mit ZN+SK die blaue Karte, wenn auf Regel 8.6, d. h. mit Bericht, entschieden wurde.

  1. Verletzter Spieler

Um Schauspielerei und Verletzungsunterbrechungen einzudämmen, soll die Zahl der Behandlungen auf dem Feld reduziert werden. Nur in berechtigten Fällen dürfen Ärzte oder Physiotherapeuten aufs Feld. Wird er dort behandelt, muss der/die Verletzte drei Angriffe seines Teams pausieren. Für Sie/Ihn kann ein andere/r Spieler/in aufs Feld. Betritt der/die Spieler/in das Feld früher, erhält er/sie eine Zwei-Minutenstrafe wegen Wechselfehlers. Ausgenommen davon sind zwei Fälle. Behandlungen von Torhütern/innen nach Kopftreffern und wenn der Gegenspieler/in nach einem Foul eine Bestrafung erhält, darf der Spieler/in auf dem Feld bleiben.

Diese Regel wird im Verband nicht übernommen gilt nur für Bundesliga und internationale Spiele.

  1. Passives Spiel

In Zukunft sollen bei Anzeige des passiven Spiels (Arm geht hoch) nur noch 6 Pässe erlaubt sein. Ein Pass ist…

…wenn der Mitspieler den Ball fängt, nicht wenn der Werfende den Ball los lässt. D. h. beim Ablenken des Balls von der Abwehr, der dann ins Seitenaus geht, ist dies NICHT als Pass zu werten.

…wenn ein Torwurf geblockt wird und zu einem Mitspieler oder zum Werfenden wieder zurückkommt.

Wenn 6 Pässe gespielt wurden und es ist ein Freiwurf oder Einwurf auszuführen, so wird ein 7. Pass zugelassen, wenn wieder auf Freiwurf entschieden wurde, auch ein 8. Pass, usw. Diese Regel gilt auch für geblockte Würfe, wo der Angreifer den Ball wieder aufnehmen (eigentlich ein Pass) und nochmal schießen darf.

Es ist immer noch im Ermessen der Schiedsrichter vor dem 6. Pass abzupfeifen, wenn kein Druck gemacht wird. Die Regel fällt unter Tatsachenentscheidungen (d.h. wenn 7 Pässe zugelassen wurden, so ist dies kein Einspruchsgrund und kann mal passieren).

  1. Der siebte Feldspieler

Es ist ab nächster Saison möglich den Torwart gegen einen 7. Feldspieler, d. h. in den Farben der anderen Feldspieler (ohne Leibchen), einzuwechseln. Es ist immer noch Pflicht das Leibchen bei der technischen Besprechung dabei zu haben, weil die Möglichkeit der „alten“ Auswechslung des Torwarts gegen einen Feldspieler immer noch bestehen bleibt.

Eine neue Regelung zum Betreten des Torraums durch einen Feldspieler gibt es auch: Wenn der Torwart sich (noch) nicht im Torraum aufhält und ein Feldspieler betritt den Torraum (um z. B. einen Wurf abzuwehren), so ist dies sofort progressiv zu ahnden und führt wie früher auch schon zum 7-Meter.

  1. Die letzten 30 Sekunden

Wenn in den letzten 30 Sekunden (Beginn des Aktion zählt als Zeitmaßstab) eine Regelwidrigkeit begangen wird (8:10c, 8:10d), die mit Rot oder Rot mit Bericht geahndet wird, so führt dies automatisch zum 7-Meter (Strafwurf) für die andere Mannschaft.

Achtung: Es ist nicht wie bei einer „normalen“ 7-Meter-Entscheidung eine klare Torgelegenheit nötig. So kann ein 7-Meter auch bei Team-Time-Out, oder sogar wenn ein Freiwurf für die andere Mannschaft noch ausgeführt werden müsste, gepfiffen werden.

Die Beurteilungskriterien in den Regeln 8:10c und 8:10d bleiben bestehen.

8:10c: Wenn eine Wurfausführung eines formalen Wurfes (Freiwurf, Einwurf, Anwurf, Abwurf) regelwidrig behindert wird, so gibt es in den letzten 30 Sekunden Rot (kein Bericht) und einen Strafwurf. Hier geht es darum eine Wurfausführung nicht zu ermöglichen, Beispiele sind das Nichtablegen des Balls, das Festmachen, damit der Wurf nicht ausgeführt werden kann, usw.

8:10d: Jede Rote Karte in den letzten 30s führt automatisch zum Strafwurf für die andere Mannschaft. Ausnahmen sind hier z. B. (Rot nach 8:9): den Torwart / einen Spieler mit dem Ball am Kopf treffen oder auch Revanche nehmen nach einem Foul.

Rot mit Bericht nach den alten Regeln (letzte 60s) wurde abgeschafft. Nach den neuen Regeln kann es D+B nur geben, wenn es dies in den vorherigen 59:30 auch gegeben hätte.

Zusätzlich, wer es noch nicht wusste, ist es jetzt erlaubt in der A-Jugend auch in der Abwehr zu wechseln.