Herren 1: 18 torlose Minuten läuten die Niederlage ein

Veröffentlicht am von Andreas Gramsch.

Lars Laucke – Marbacher Zeitung/SGSB

Direkt nach der Partie der Württembergliga-Handballer der SG Schozach-Bottwartal bei der abstiegsbedrohten HSG Schönbuch fand Trainer Tobias Klisch, „dass es besser ist, wenn ich jetzt nichts sage“. Nachdem er eine Nacht über das 21:28 (6:11) geschlafen hatte, war der erste Frust zwar etwas verarbeitet. Dennoch sagte Klisch ganz klar: „Das war sehr ernüchternd, ich bin mit dem Auftritt der Mannschaft gar nicht einverstanden.“

Nur in den ersten Minuten zeigte die SG, dass sie handballerisch eigentlich das bessere Team ist. Nach einem schnellen 3:0 stand es nach zwölf Minuten 6:4, kurz danach hatte Lukas Volz die Chance, per Siebenmeter auf 7:4 zu erhöhen. Doch er scheiterte an HSG-Keeper David Herz und startete damit eine Fehlwurf-Serie, die seine gesamte Mannschaft bis zur Pause durchziehen sollte. Sage und schreibe 18 Minuten blieb die SG schließlich ohne Treffer , es ging mit einem 6:11 in die Pause. „Natürlich waren da ein paar starke Paraden dabei“, räumte Klisch ein. „Aber das Tor ist immer noch drei mal zwei Meter groß. Da fehlte teilweise die Konzentration beim Abschluss. Zudem kamen manche Würfe auch nur mit 60 Prozent. Ich hatte gewarnt, dass die HSG über den Kampf kommt, wir aber handballerisch besser sind. Da kann es nicht sein, dass man vor deren Abwehr fast schon ängstlich agiert.“

Nach der Pause versuchten vor allem Dennis Saur und auch Philipp Kroll, das Ruder nochmal rumzureißen. Doch nach wenigen Minuten war diese Aufbruchstimmung schon wieder verflogen, „weil wir hinten zu viele einfache Tore kassiert haben. Wir haben nicht mehr im Verbund verteidigt, sondern jeder für sich“, monierte Tobias Klisch. Dass Sebastian Schmitz in der 22. und Luca Schmid in der 51. Minute auch noch jeweils die Rote Karte sahen, machte die Sache nicht leichter. „Für mich waren beide Karten überzogen, das war aber für den Spielverlauf nicht entscheidend“, stellte Klisch klar. Dass seine Mannschaft mit 21:28 als verdienter Verlierer das Feld verließ, war vor allem der mangelnden Einstellung geschuldet. „Ein Großteil hat nicht den nötigen Biss gebracht, da muss man auch die Arbeitshaltung hinterfragen“, fand Klisch deutliche Worte.

SG Schozach-Bottwartal:
Krotz, Rizk – Zieker (4), Schmitz, Volz (4/3), P. Kroll (4), Schmid, Rossmeier, Schilpp (1), Saur (2), Deuring, S. Kroll (2), Zluhan (4/1).

In eigener Sache: Unter der Rubrik Fremdschämen muss wohl das Verhalten von zwei „SGSB Fans“ eingeordnet werden, die auf der Tribüne die eigenen Spieler, Funktionäre, Fans und die gegnerischen Zuschauer anpöbelten und teilweise auch beleidigten. Nur mit der Leistung bzw. dem Verhalten bzw. der Einstellung Ihrer eigenen Zöglingen waren sie wohl offensichtlich einverstanden – vielleicht bekommen die ja aber auch zuhause „Schimpfe“. So was braucht der Handballsport weder in der Fremde noch zu Hause…