Damen 1: Tabellenzweiter behauptet sich knapp in Großbottwar

Veröffentlicht am von Andreas Stütz.

Von Andreas Hennings/ Marbacher Zeitung

Großbottwar/Beilstein – Ergebnisse und gezeigte Leistungen sind eigentlich ein wichtiger Bestandteil des Mannschaftssports – und können doch gänzlich nebensächlich sein. Klar, der Abstieg der Handballerinnen des TV Großbottwar aus der Württembergliga ist seit Samstagabend besiegelt. Klar, im Derby hat die Mannschaft dem Tabellenzweiten SG Schozach-Bottwartal beim 16:17 (6:8) beinahe einen Punkt abgenommen. Doch beim TVG sind das in dieser Saison irgendwie Randnotizen. Bedeutender ist, dass sich in dem personell sowieso schon gebeutelten Team mit Stephanie Heim die nächste Spielerin eine wohl schwere Knieverletzung zugezogen hat.

Die Uhr auf der Anzeigetafel sprang gerade von 59:58 auf 59:59 Minuten, als die 29-Jährige aus dem Rückraum versuchte, den Ausgleich zu erzielen. Der Ball wurde nach ihrem Wurf abgeblockt – und die Schützin kam blöd auf dem Boden auf. Ihr Schrei vor Schmerz machte das Dröhnen der Schlusssirene vergessen. „Ausgerechnet“ möchte man sagen, wenn man die Saison der Großbottwarerinnen verfolgt hat. Mit „symptomatisch“ brachte es Trainer Uwe Salvo ebenfalls auf den Punkt. „Das überschattet das Spiel natürlich. Es ist ein Seuchenjahr“, war er konsterniert.

Dabei sah es in der Wunnensteinhalle lange nach einem versöhnlichen Abend aus. Und auch nach einem versöhnlichen Abschied. Denn im letzten Heimspiel des Jahres wurden neben dem Trainer auch Jennifer Camara (SG BBM Bietigheim III) und Jennifer Rapp (einjährige Pause) beim TVG mit einem Geschenk bedacht. 16:17 hieß es am Ende gegen den klaren Favoriten und Nachbarn von der SG Schozach-Bottwartal. Zwar lagen die Gastgeberinnen in der Partie kein einziges Mal vorne, an einem Punktgewinn oder gar einem Sieg schnupperte der TVG aber bis zuletzt.

„Großbottwar hätte mindestens einen Punkt verdient gehabt“, meinte SG-Trainer Michael Stettner. Er ordnete die Leistung seines Teams als „die schwächste in dieser Runde“ ein. „Dass wir nur acht Tore in einer Halbzeit werfen, spricht Bände.“

Rund 15 Minuten hatte die SG dominiert, war auf 5:2 davongezogen. Doch der TVG kämpfte sich stets zurück, verpasste es bis zur 40. Minute gleich vier Mal, eine hochkarätige Chance zum Ausgleich zu nutzen. Beim 11:11 war es dann so weit. Die SG legte danach zwar immer wieder mit ein, zwei Toren vor. Großbottwar aber steckte nicht auf und zog nach, hätte wie beschrieben am Ende beinahe das Remis geholt. Kein Vergleich also zur 15:37-Hinspiel-Klatsche aus Großbottwarer Sicht.

„Ich kann mir nicht erklären, warum wir so nachgelassen haben. Auf einmal war der Ofen aus. Ich hatte den Eindruck, den Spielerinnen ging es heute nur um die Höhe des Sieges“, war SG-Coach Michael Stettner sauer. Vom schnellen, variablen Angriffsspiel der SG in der Anfangsphase war im späteren Verlauf immer weniger zu sehen. Auf der anderen Seite drang Großbottwar zu Beginn kaum an den Kreis vor, traf fast nur nach Tempogegenstößen. Doch spätestens nach dem Seitenwechsel änderte sich das. Bei besserer Wurfausbeute wäre da ein Sieg möglich gewesen. „Jeder auf der Tribüne hat gesehen, dass die Mannschaft lebt“, lobte TVG-Trainer Uwe Salvo, der speziell Keeperin Alexandra Ziegler hervorhob. Sie hatte die Gastgeberinnen mehrmals im Spiel gehalten. Es seien aber alle an ihre Grenze gegangen. Salvo: „Wir wollten beweisen, dass wir kämpfen können. Und das haben wir getan.“

SG Schozach-Bottwartal: Jasmin Szota, Samira Antl – Katharina Bieser (1), Franziska Jakob (3), Dorothee Döffinger, Sarah Kreh, Theresa Müller (5/3), Janina Spieth (3), Sophia Müller, Nina Schump, Danielle Pantle (5/2)