SGSB Herren 1 – Zwei völlig verschiedene Hälften

Veröffentlicht am von Andreas Gramsch.

Marbacher Zeitung Lars Laucke – Trainer Tobias Klisch sah seine Mannschaft nach der klaren Niederlage in Alfdorf eine Woche zuvor gegen den Tabellenletzten in der Pflicht. Doch was die Württembergliga-Handballer der SG Schozach-Bottwartal in der ersten Halbzeit gegen den TV Neuhausen/Erms II auf die Platte brachten, war nicht wirklich geeignet, als die vom Trainer geforderte Reaktion bezeichnet zu werden. Insbesondere im Angriff brachten die Hausherren zu wenig zustande. „Wir haben uns zum einen im Rückraum schlecht bewegt und dann natürlich extrem viel verblasen“, erklärte Klisch den 13:15-Rückstand zur Pause. Die SG-Spieler scheiterten reihenweise völlig frei am gegnerischen Torhüter oder am Torgebälk. Zu allem Überfluss resultierten aus diesen vergebenen Chancen mehrfach auch noch Neuhausener Tore im direkten Gegenzug.

Doch auch mit der Abwehr war Tobias Klisch in den ersten 30 Minuten nicht zufrieden. „Wir bekommen 15 Tore gegen Neuhausen, die den mit Abstand schlechtesten Angriff der Liga haben“, monierte er. „Dabei spielt Neuhausen immer die gleiche Auftakthandlung, aus der dann alles entsteht. Wir pennen ein paarmal, und zusammen mit den einfachen Toren kassiert man dann eben 15 Treffer in einer Hälfte.“ Klisch hatte von seiner Mannschaft vor der Partie eine konsequente Defensivarbeit gefordert, um mögliche Fehler gegen die offensive gegnerische Abwehr zu kompensieren. „Wenn ich das hinten gut mache, kann ich mir vorne auch mal Patzer leisten. Aber wir haben einfach zu viel verblasen und uns in der Abwehr zu wenig erarbeitet.“

Ein komplett umgekehrtes Bild bot die zweite Halbzeit. „Da haben wir entschieden, wann Zweikämpfe geführt werden, nicht Neuhausen. Wir haben kompromisslos gedeckt“, umschrieb Klisch die Basis dafür, dass die SG das Spiel drehte. Auch Torhüter Maximlian Ernst, der für Philip Hämmerling kam, hatte den deutlich besseren Tag erwischt, „hatte aber auch mehr Unterstützung durch die Abwehr“, wie Klisch betont. Zudem funktionierte der Angriff nun deutlich besser. „Wir sind mit aller Konsequenz ins Tempo gegangen, das war in meinen Augen 25 Minuten lang sehr guter Handball, den wir da gespielt haben.“

Bereits fünf Minuten nach Wiederanpfiff hatte die SG Schozach-Bottwartal aus dem 13:15-Rückstand zur Pause eine18:16-Führung gemacht. Nach 42 Minuten stand es bereits 23:17 und man hatte nicht das Gefühl, dass in dieser Begegnung noch irgendetwas anbrennen könnte. Dabei wurde der Tabellenletzte nun zum Teil regelrecht überrannt. Selbst wenn die Neuhausener dann mal wieder zum Torerfolg kamen, dauerte es mehrfach keine zehn Sekunden, bis die SG über die schnelle Mitte den nächsten Treffer nachlegte. Dabei gab es sogar noch Gelegenheit, den Zuschauern etwas fürs Auge zu bieten, etwa durch überraschende No-Look-Pässe oder Anspiele hinter dem Rücken von Dennis Saur, mit denen er seine Mitspieler in Szene setzte. Beim 33:24 durch Jonas Heilmann betrug der Vorsprung dann erstmals neun Tore, Mihailo Durdevic sorgte für der 34:25 (55.).

Dass dies aber bereits der letzte Treffer der SG war, trübte das Bild am Ende ein klein wenig. „In den letzten fünf Minuten schenken wir das noch etwas weg und machen uns das Ergebnis selbst ein wenig kaputt. Wir hätten diese Partie durchaus auch mit zehn oder mehr Toren gewinnen können“, fand Tobias Klisch, und wohl kaum einer der Anwesenden hätte ihm da ernsthaft widersprechen wollen.

SG Schozach-Bottwartal:
Ernst, Hämmerling – Schmitz (2), Volz (2), Kroll (3), Soteras Merz (4), Schmid (1), Gallus (2), Rossmeier, Zieker (2), Saur, Heilmann (6/1), Zluhan (4/1), Durdevic (7/1).