Damen 1: SG-Frauen mit optimalem Start in die BWOL


Veröffentlicht am von Ilka Korn.

Von Julia Spors

Beilstein – Kaum ist der Abpfiff in der Oberliga-Partie zwischen der SG Schozach-Bottwartal und der HSG St. Leon/Reilingen ertönt und das kleine Siegestänzchen im Rund absolviert, heißt es erstmal: Luft holen. Völlig außer Atem und komplett kaputt stehen die Spielerinnen der SG auf dem Feld. Mit einem Lächeln im Gesicht, aber wahrlich auch völlig ausgepumpt sagt Spielmacherin Theresa Müller: „Das Spiel heute hat richtig Spaß gemacht, aber gefühlt zwei Stunden gedauert.“ Anders als im vergangenen Jahr, als man munter und oftmals ohne große Mühe einen Sieg nach dem anderen in der Württembergliga einfuhr, hatten die Bottwartälerinnen am Samstagabend in der Langhanshalle nämlich endlich einmal wieder richtig zu kämpfen, bis der 26:20-Erfolg stand. „Die Luft ist dünner in der BWOL. Das hat man heute gesehen. Jeder Fehler wird sofort bestraft“, meinte SG-Trainer Michael Stettner.

Gut zu sehen war das in der Anfangsphase des Spiels. Nach einem perfekten Start mit einer 5:1-Führung (9.) schlossen die Gastgeberinnen auf einmal mehrfach ohne Not ab und praktizierten einfache technische Fehler. Mal stand man im Kreis, mal fabrizierte man einen Fehlpass oder donnerte den Ball in den Abwehrblock. Die HSG St. Leon/Reilingen ließ sich in dieser Phase nicht zweimal bitten und glich innerhalb kürzester Zeit wieder zum 5:5 (12.) aus. „Anschließend haben wir uns wieder gefangen“, fand Michael Stettner, während nun im Gegenzug die Gäste mehrfach in der Vorwärtsbewegung den Ball verloren. Das wiederum nutzten die SG-Frauen gnadenlos aus – vor allem in Person von Kreisläuferin Tanja Brunn und Rückraumspielerin Alisa Berger. Sie schraubten das Ergebnis zur Pause auf 13:9 hoch. Berger war es dann auch, die direkt nach der Pause von den Gästen in Manndeckung genommen wurde. Ihre Teamkameradinnen fanden jedoch andere Lösungen und bauten die Führung weiter auf 20:14 (44.) aus. Das Spiel schien fast entschieden, doch dann sah Alisa Berger Rot und die Partie drohte zu kippen.

„Es gibt wohl eine neue Regel. Wenn es einen Kontakt in der Luft gibt und die Spielerin danach behandelt werden muss, gibt es Rot“, erklärte Stettner später, nachdem er lange mit den Schiedsrichtern darüber diskutiert hatte. Er fand dennoch: „Die rote Karte war völlig überzogen. Das hat selbst der Gegner gesagt. Alisa konnte nichts dafür, dass ihre Gegenspielerin so blöd gefallen ist. Aber die Regel ist jetzt nun mal eben so“, meinte der Coach. Die Verletzungsunterbrechung und die rote Karte der bis dahin stark aufspielenden Alisa Berger zeigten Wirkung. „Da haben wir kurz einen kleinen Knacks bekommen“, hat Stettner beobachtet. Die Gäste sahen ihre Chancen und verkürzten kurzerhand bis auf 20:23 (54.). „Ich habe dann eine Auszeit genommen und habe noch einmal daran erinnert, dass wir uns an unseren Plan halten müssen“, so der SG-Trainer. Mit Erfolg.

Franziska Ziegler und zweimal Theresa Müller mit wahren Donnerschlags-Würfen sicherten den 26:20-Erfolg, der zwar letztlich klar aussah, für den die Gastgeberinnen aber alles reinwerfen mussten. Denn: „Das Tempo ist ein ganz anderes als vergangene Saison“, bemerkte Theresa Müller und ist sich sicher: „Die Spiele werden in dieser Saison viel interessanter. Der Auftakt war auf jeden Fall schon mal super.“

SG Schozach-Bottwartal: Kraft, Antl – Bieser, Berger (5/2), Ziegler (1), Müller (7/3), Brunn (5), Günsoy, Benz (1), Klenk (4/2), Wunschik, Mangold (1), Guyomard (2)

Fotos: Ilka Korn