Herren 1: Das Motto „volles Risiko“ geht in den Schlussminuten nach hinten los


Veröffentlicht am von Ilka Korn.

Von Andreas Hennings

Als Außenseiter hatte Tobias Klisch, der Trainer des Handball-Württembergligisten SG Schozach-Bottwartal, sein Team vor der Partie beim SV Fellbach gesehen. Mit 27:39 (12:17) fiel die Niederlage am Sonntag dennoch unerwartet deutlich aus.

Zurückzuführen ist das zum einen auf die angespannte Personallage. Durch den kurzfristigen berufsbedingten Ausfall von Damir Marjanovic standen nur drei Rückraumspieler zur Verfügung. So wechselte sich Trainer Klisch in Unterzahlsituationen auch selbst ein, um jenen zumindest eine kurze Verschnaufpause zu geben. Zum anderen wurde der Spielstand in den letzten sechs Minuten derart deutlich, da die SG mit einem siebten Feldspieler volles Risiko gegangen war. „Das ging aber nach hinten los. Vorne haben wir freie Chancen vergeben, hinten nicht mehr gemeinsam verteidigt“, hadert Tobias Klisch.

Von 24:32 erhöhte Fellbach auf den 27:39-Endstand. „Ich hätte den Einsatz des siebten Feldspielers auch nach zwei Minuten abbrechen können, habe es aber durchgezogen, damit wir daraus lernen. Wir werden das sicherlich nochmal brauchen.“

Nach dem 3:3 (7.) hatte Fellbach zuvor stets vorne gelegen. Die Bottwartäler aber hielten dagegen. „Wir haben das in der ersten Hälfte clever gemacht und Fellbach in den gebundenen Angriff gezwungen. Damit hatten sie ihre Probleme. Leider haben wir zwei Siebenmeter und drei freie Würfe vergeben. Sonst wäre es zur Pause pari pari gewesen“, sagt Tobias Klisch.

In Minute 33 musste Sebastian Schmitz wegen Rückenproblemen vom Feld. Daniel Zieker hatte da bereits zwei Zeitstrafen kassiert. „Uns hat die Breite im Kader gefehlt, um den Gegner vor schwierigere Aufgaben zu stellen“, so Trainer Klisch. Dazu habe die Trefferquote von Linksaußen und vom Kreis nicht gestimmt. Auch dank ihres überfallartigen Angriffsspiels ließ Fellbach nichts mehr anbrennen und zog aus besagten Gründen noch auf zwölf Tore davon.

Schozach-Bottwartal: Ernst, Hämmerling – Weckerle (6), Linder (1), Heinz, Ziegler (5), Klisch, Gallus (7/1), Keller, Rossmeier (2), Zieker (2), Schmitz (1), Zluhan, Baumann (3)