Damen 1 - Neuer Cheftrainer mit Lust auf Entwicklung
Bericht: Melanie Bürkle - Stuttgarter Zeitung online vom 28.07.26
Daniel Weinheimer startet bei den Drittliga-Frauen der SG Schozach-Bottwartal.
Am vergangenen Donnerstag stand er zum ersten Mal in der Beilsteiner Langhanshalle: Daniel Weinheimer leitete seine erste Trainingseinheit als neuer Cheftrainer der Drittliga-Frauen der SG Schozach-Bottwartal. Mit dem 42-Jährigen beginnt für den Drittligisten ein neues Kapitel – und für Weinheimer selbst ein spannendes Projekt.
Eigentlich hatte der B-Lizenz-Trainer nach vier Jahren bei Ligakonkurrent HSG St. Leon-Reilingen eine Pause eingeplant. „Das wird unglaublich nervig für uns“, soll seine Familie gesagt haben, als Weinheimer im vergangenen Herbst ankündigte, eine Auszeit vom Handball nehmen zu wollen. „Dem war aber wirklich so“, erzählt der 42-Jährige schmunzelnd.
Doch dann kam alles anders. Ein Anruf aus Beilstein, Gespräche über die sportliche Neuausrichtung der SG Schozach-Bottwartal und die Perspektive, mit einer deutlich verjüngten Mannschaft arbeiten zu können und trotzdem auch noch erfahrene Spielerin dabei zu haben, brachten ihn schnell ins Grübeln. Schließlich sagte der Patchwork-Vater von vier bereits erwachsenen Kindern im Alter zwischen 18 und 22 Jahren zu.
„Mich hat es gereizt, mit vielen jungen Spielerinnen zusammenzuarbeiten und nun gemeinsam etwas entwickeln zu können“, erklärt Weinheimer, der im rund 30 Minuten entfernten Kirchhardt wohnt. Bislang betreute der ehemalige Kreisläufer überwiegend erfahrene Teams. Erfahrung im Frauenhandball bringt er damit reichlich mit.
Nach rund 25 Jahren als aktiver Spieler in der Regional- und Oberliga begann Weinheimer seine Trainerlaufbahn in Steinsfurt zunächst bei der weiblichen C-Jugend, danach trainierte er die Männer. Daraufhin folgte in Dielheim seine erste Frauen-Mannschaft. Weiters folgte ein vierjähriges Engagement bei den Frauen des TSV Rot-Malsch in der Badenliga, ehe ihn ein Angebot der zweiten Frauenmannschaft der Kurpfalz Bären erreichte, die damals in der 3. Liga spielte. Nachdem die Bundesliga-Mannschaft der Kurpfalz Bären allerdings in die 2. Liga abgestiegen war und sich die Drittliga-Reserve auflöste, führte ihn sein Weg schließlich zur HSG St. Leon-Reilingen.
Als langjähriger Frauentrainer kennt Weinheimer die Herausforderungen bei der Trainersuche. „Es sind nicht nur die fachlichen Qualitäten entscheidend. Es spielen eben auch Sympathie und das gegenseitige Vertrauen eine große Rolle“, sagt er.
Sympathie war bei der ersten offiziellen Trainingseinheit von beiden Seiten auf jeden Fall da. Nach dem gelungenen Auftakt steht für den Logistik- und Versandleiter nun vor allem die Entwicklung einer neuen Mannschaft im Mittelpunkt. „Unsere größte Aufgabe ist es jetzt, ein echtes Team zu werden“, betont der Neue. Deshalb setzt er in den kommenden Wochen bewusst auf gemeinsame Aktivitäten. Den Anfang machte am Wochenende ein Ausflug zum Fußballgolf.
Unterstützt wird Weinheimer bei seiner Tätigkeit von Sophie Räuchle, die als Co-Trainerin fungiert. Nach einer erneuten schweren Knieverletzung – einem Kreuzbandriss – muss die langjährige Spielerin ihre aktive Karriere weiter pausieren. Jetzt kann Räuchle jedoch ihre Erfahrung in die Arbeit mit der jungen Mannschaft einbringen.
Sportlich hat Weinheimer klare Vorstellungen. Zahlreiche Testspiele sollen dem neu formierten Team möglichst schnell Spielpraxis verschaffen. „Ich möchte den Spielwitz herauskitzeln. Jetzt fangen wir an“, sagt der Trainer.
Mit Daniel Weinheimer an der Seitenlinie beginnt für die Drittliga-Frauen der SG Schozach-Bottwartal eine neue Saison – und ein langfristig angelegtes Entwicklungsprojekt.
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